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Artikel | K-Tipp 09/2008

Per Karte bezahlt? Denkste!

Zahlen mit Kreditkarte auf italienischen Autobahnen: Wer nicht aufpasst, muss mit Bussen und einer nachträglichen Zahlungsaufforderung rechnen.


Letzten Sommer reisten K-Tipp-Leser Daniel Boschung aus Oberschrot FR und seine Familie mit dem Auto in die Toscana. Längst in die Schweiz zurückgekehrt, erhielt der Freiburger Post. Der Absender des Briefes: Nivi Credit, ein Inkassobüro in Florenz.

Darin forderte Nivi Boschung auf, die «nicht bezahlte Autobahngebühr vom 8. Juni 2007» zu begleichen. Die Inkassofirma verlangte umgerechnet 82 Franken: 45 Franken für die nicht bezahlte Gebühr, weitere 37 Franken für Bearbeitungskosten. Nur: Boschung konnte sich nicht vorstellen, dass er eine Autobahngebühr nicht bezahlt hätte.

Passiert ist es offensichtlich trotzdem – ohne Absicht allerdings: Auf Italiens Autobahnen zahlte Boschung die Gebühr jeweils bar oder dann mit seiner Kreditkarte. Das Missgeschick passierte mit dem Plastikgeld, wie Claudia Capitanio von Nivi Credit erklärt: «Die Karte von Herrn Boschung konnte einmal nicht richtig gelesen werden – folglich gab es auch keine Abbuchung.»

Um den Verkehrsfluss nicht zu behindern, öffnet sich in solchen Fällen die Schranke trotzdem, nachdem die Maschine die Karte wieder ausgespuckt hat.


«R» bedeutet: Betrag nicht abgebucht

Hätte Boschung die Quittung aufmerksam gelesen, wäre ihm der Ärger mit dem Inkassobüro erspart geblieben. Denn auf das Dokument war ein «R» gedruckt, und das bedeutet: Die Gebühr wurde nicht bezahlt respektive konnte nicht abgebucht werden. Weiter wird auf dem Beleg darauf hingewiesen, dass sich der Fahrzeuglenker innert 15 Tagen an einen sogenannten Punto blu wenden solle, um dort die Schuld zu begleichen. Punto blu-Geschäftsstellen gibt es u. a. an vielen Autobahnausfahrten.


Polizei rechnet – und identifiziert Raser

Übrigens: An den Autobahnzahlstellen lauert noch anderes Ungemach. Um Raser zu identifizieren, kann die Polizei überprüfen, wie viel Zeit ein Fahrer braucht, um eine bestimmte Strecke zwischen zwei Zahlstellen zurückzulegen. Die Zeit im Verhältnis zur Strecke ergibt dann die Durchschnittsgeschwindigkeit. Paolo Zambianchi vom TCS: «Das macht die Polizei aber nicht häufig.»


Autobahnen im Ausland: Schneller und bequemer durch die Zahlstellen


Italien

Die meisten Autobahnen sind gebührenpflichtig.

  • Kreditkarten: Alle gängigen Karten werden akzeptiert.
  • Viacards: Sie werden vorausbezahlt und sind in der Schweiz bei TCS-Geschäftsstellen erhältlich. Viacards gibt es im Wert von umgerechnet 40 oder 80 Franken.
  • Telepass: noch komfortabler als die Viacard. Grund: Telepass-Besitzer können die Zahlstellen passieren, ohne anhalten zu müssen. Damit Schweizer einen Telepass kaufen können, müssen sie eine spezielle Kreditkarte besitzen, zum Beispiel die CartaSì. Visa und Euro-/Mastercard werden nicht akzeptiert. Der Telepass kostet dann vierteljährlich umgerechnet rund 6 Franken.

    Zu einem Telepass kommt auch, wer bei einer italienischen Bank ein Konto hat. Die Voraussetzung für den Telepass: Die Bank muss in der Schweiz eine Niederlassung haben. Zusätzliche Kosten: einmalig 9 Franken.


Österreich

Auf Autobahnen und Autostrassen brauchts eine Vignette («Pickerl»).

  • Vignette: PW-Lenker zahlen für zehn Tage Fr. 12.–, für zwei Monate Fr. 35.–. Motorradfahrer zahlen für 10 Tage Fr. 7.–, für zwei Monate Fr. 18.–.
  • Eine Jahresvignette gibts für Fr. 118.– (Autos) bzw. Fr. 47.– (Motorräder).


Frankreich

Rund 7800 Kilometer sind gebührenpflichtig.

  • Kreditkarten: Alle gängigen Karten sind akzeptiert.
  • Télépéage: analog zum Telepass in Italien. Besitzer wird, wer in Frankreich ein Bankkonto hat.


Weitere Infos

www.reisen-tcs.ch > Reiseinfos > 210 Reiseziele

05. Mai 2008 | Thomas Heer


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