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Ein spezielles Gel kann den Frauen leichtere und kürzere Geburten ermöglichen. Kommen nun mehr Kinder natürlich zur Welt? Fachleute bezweifeln das.
Die erste Geburt ist für viele Frauen besonders schwer: Der Geburtskanal ist eng – und deshalb dauert es länger, bis das Baby da ist. Das soll sich nun ändern: Ein in die Scheide eingebrachtes Geburtsgel soll das Gebären erleichtern.
Das Mittel bildet einen Gleitfilm im Geburtskanal und verringert so die Reibungskräfte. Das Baby gleitet besser hinaus. Das zeigt eine Studie an 350 Frauen, die zum ersten Mal ein Kind bekamen. Die Geburt ging wesentlich schneller als bei Frauen, die kein Gel bekommen hatten. Zudem gab es weniger Verletzungen im Beckenboden- und Dammbereich. Bis jetzt sind keine Nebenwirkungen des Gels bekannt.
Für die Ärztin Lilian Saemann vom Zürcher Frauenambulatorium sind diese Ergebnisse «sehr erfreulich». Auch Franziska Wirz von der unabhängigen Beratungsstelle Appella hält das Geburtsgel «für eine gute Sache». Es könnte Frauen die Furcht vor der Geburt nehmen – und damit einen geplanten Kaiserschnitt verhindern: Der Hersteller des Gels schreibt in den Presseunterlagen jedenfalls bereits von einer «positiven Trendwende zur natürlichen Geburt». Fachleute bezweifeln allerdings, dass es dank des Gels in Zukunft weniger Kaiserschnitte gibt.
Auch Franziska Wirz gehört dazu. «Eine Trendwende wäre schön», sagt sie. Doch die Statistiken zeigten das Gegenteil. Der Grund: Viele Eltern schätzen es offenbar, den Zeitpunkt des freudigen Ereignisses genau festzulegen. Franziska Wirz: «Zudem spielen finanzielle Aspekte seitens Ärzten und Kliniken eine grosse Rolle – bei einem Kaiserschnitt lässt sich viel mehr verdienen.»
14. April 2008
