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Artikel | K-Geld 02/2008

Das Ausland lockt ETF-Anleger

An ausländischen Börsen ist die Auswahl an ETF grösser als in der Schweiz. Wer profitieren will, sollte bei einem Online-Händler ein Konto eröffnen. Am günstigsten sind ausländische Anbieter.


Exchange Traded Funds (ETF) sind die Erfolgsgeschichte der vergangenen Jahre. ETF sind Fonds, die wie Aktien an der Börse gehandelt werden.

Im Unterschied zu anderen Fonds haben sie aber kein aktives Management. Sie bilden einen Index ab und haben deshalb deutlich tiefere Gebühren. Das macht sie für viele Investoren zur idealen Anlageform.

An der Schweizer Börse SWX wächst die Auswahl an ETF zwar stetig. Mit 114 Produkten ist das im Vergleich mit dem Aus-land aber noch immer bescheiden. In den USA werden 533 ETF gehandelt. Europa-Leader ist die Börse Frankfurt, wo über 260 Produkte gehandelt werden.


Schweiz: Hohe Transaktions-Gebühren


Neben der grösseren Auswahl ist an Börsen wie Frankfurt und New York auch die Liquidität der einzelnen ETF grösser. Dies sorgt für kleinere Spannen zwischen An- und Verkaufspreis (Spreads). Der Kauf von der Schweiz aus führt in der Regel jedoch zu höheren Transaktionsgebühren: Ein ETF über die Börse in Frankfurt kostet beispielsweise bei der UBS 323 Franken. Kauft man denselben ETF über die Schweizer Börse, wer-den rund 205 Franken an Transaktionsgebühren fällig – 118 Franken weniger. Das entsprechende Geschäft ergibt bei der Credit Suisse eine Differenz von 102 Franken und bei der Zürcher Kantonalbank eine von 194 Franken.

Besser sieht es bei Online-Brokern aus. Bei Tradejet sind für dieses Geschäft über die SWX 60 Franken und über die Börse Frankfurt rund 65 Franken an Transaktionsgebühren zu zahlen.

Swissquote verrechnet für jeden Handel über die Schweizer Börse SWX mit ETF von ABN Amro, Db x-trackers, Xmtch, iShares, Lyxor und UBS unabhängig vom Kaufvolumen eine pauschale Transaktionsgebühr: Sie beträgt bei Franken-ETF 9 Franken, bei Euro-ETF 9 Euro und bei Dollar-ETF 9 Dollar. Über die Börse Frankfurt kostet ein dem obigen Beispiel entsprechender Handel beim grössten Schweizer Online-Broker hingegen rund 80 Franken.


Online-Broker Nordnet am günstigsten

Mit Ausnahme der ETF-Aktion von Swissquote bildet die Schweiz bei den Transaktionskosten eine Hochpreisinsel. Deshalb eröffnen immer mehr Schweizer Anleger ein Handelskonto bei einem ausländischen Online-Broker.

Der Preisbrecher kommt aus Skandinavien. Der deutsche Ableger der schwedischen Nordnet- Bank verlangt gemäss www.broker-test.de für einen Handel nach obigem Beispiel an der Börse Frankfurt nur rund 28 Franken Transaktionsgebühren.

In den ersten sechs Monaten nach Vertragsunterzeichnung sind pro Handel an der Börse Frankfurt gar nur rund 4 Franken zu zahlen. Die Kontoeröffnung erfolgt per eingeschicktem Formular und einer Bescheinigung der Identität. Diese kann etwa auf der Gemeinde oder in einer deutschen Botschaft besorgt werden. «Sie wären bei weitem nicht unser erster Schweizer Kunde», versicherte die freundliche Stimme am Nordnet-Telefon.

31. März 2008 | Zoltán Tamássy


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