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Artikel | K-Geld 02/2008

«Ich bin sauer auf die UBS»

Noch im vergangenen Sommer haben UBS-Berater ihren Kunden hochriskante Fonds als sichere Anlage verkauft. Jetzt schlägt die Kreditkrise auch in diesen Depots durch.


Hans Ammon aus Büetigen BE ist ein vorsichtiger Mann. Bei Finanzanlagen geht er kein Risiko ein. Sein Vermögen lag bis vor kurzem auf einem UBS-Sparkonto.

Letzten Mai empfahl ihm ein UBS-Bankberater eine Anlage mit höherer Rendite. «Ich sagte dem Berater, ich könne kein Risiko eingehen. Darauf schlug er mir eine Anlage mit jährlich 2 bis 3 Prozent Rendite vor. Und er sagte, die Anlage sei absolut sicher.» Der 69-jährige Rentner willigte ein, 50 000 Franken anzulegen. «Der Berater überredete mich dann zu 70 000 Franken.»

Bei der Anlage handelte es sich um den UBS-Fonds Absolute Return Medium. Absolute-Return-Fonds versuchen, in jedem Marktumfeld positive Renditen zu erzielen. Der Anleger soll bei einem Verkauf jederzeit mindestens seine Investition zurückerhalten.

Die UBS beschreibt diesen Fonds wie folgt: «Hält das Verlustrisiko tief», «kann sich sehr rasch anpassen» und «kann auch von negativen Märkten profitieren.»

Soweit die Theorie. Die Realität sieht anders aus. Der UBS Absolute Return ist in den vergangenen Monaten massiv eingebrochen. Ammons Investition verzeichnete nach zehn Monaten einen Verlust von 11,5 Prozent oder 8078 Franken plus Ausgabekommission von 1403 Franken. Sein Gesamtverlust betrug 9481 Franken. Ammon verkaufte entnervt. «Ich sagte meiner Frau, wir können doch nicht jeden Monat 1000 Franken verlieren. Ich bin saumässig sauer auf die UBS.»

Grund für den Kurssturz von Ammons Fonds: Die UBS hat die Kundengelder zu riskant investiert – unter anderem in die berüchtigten verbrieften Hypothekar-Schuldverschreibungen.

«Der Fonds weist tatsächlich im momentan mehr als nur widrigen Marktumfeld kurzfristig ein deutlich höheres Risiko auf als vorgesehen», gesteht UBS-Sprecherin Tatjana Domke gegenüber K-Geld. Und gibt sich optimistisch: «Wir sind der Meinung, dass einige Positionen Erholungspotenzial aufweisen.»

31. März 2008 | Philipp Lütscher


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