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Mobilfunkanbieter sperren ungenutzte SIM-Karten – und verrechnen Kunden auch noch bis zu 500 Franken dafür.
Manche Abo-Kunden nutzen ihr Handy nur in Notfällen. Ob es dann funktioniert, ist allerdings nicht sicher: So behält sich Orange laut Geschäftsbedingungen vor, die SIM-Karte abzuschalten und den Abovertrag aufzulösen, falls innerhalb von drei Monaten nach Aktivierung weder telefoniert noch eine SMS verschickt wurde. Hinzu kommt: Dem Kunden wird in einem solchen Fall wegen vorzeitiger Vertragsauflösung eine Gebühr von 300 Franken (bei 12-monatiger Laufzeit) bzw. 500 Franken (bei 24 Monaten) verrechnet.
Diese rechtlich sehr fragwürdigen Bestimmungen finden sich in den Verträgen der Abo-Kunden von Orange, Mobilezone und Coop. «Wir wollen damit sogenannte Ghost-Verträge verhindern», begründet Therese Wenger, Sprecherin von Orange. Ghost-Verträge sind Abos, die nur abgeschlossen werden, um zu einem vergünstigten Handy zu kommen. Allerdings: In den letzten neun Jahren sei das genau dreimal vorgekommen, sagt Wenger.
Sunrise und Swisscom zeigen, dass es auch anders geht – zumindest bei Abo-Kunden: «Solange ein Kunde seine monatliche Abo-Rechnung pünktlich zahlt, geschieht nichts», sagt Sunrise-Sprecher Gottardo Pestalozzi. Bei Swisscom ists ebenso.
Für die Prepaid-Kunden kanns auch bei diesen beiden Anbietern ungemütlich werden: Wer ein Jahr lang nicht telefoniert und keine Nachrichten verschickt, kann seine SIM-Karte nach einer gewissen Zeit nicht mehr benutzen. Das gilt auch für Kunden von Cablecom, M-Budget Mobile und Yallo.
Sunrise begründet dieses Vorgehen so: Das Bundesamt für Kommunikation verlange, dass Nummern von Prepaid-Karten nach zwei Jahren Inaktivität abgeschaltet werden. Orange lässt seinen Prepaid-Nutzern zwar zwei Jahre Zeit, aber: Wer seine Karte in dieser Zeit nie auflädt – egal, ob er genügend Guthaben hat oder nicht –, wird gesperrt.
«Ich finde das eine Frechheit»
Sandra Ott aus Hagenbuch ZH war umgezogen – in ein Funkloch: Sie konnte weder telefonieren noch SMS schicken. Es blieb der Orange-Kundin nur, den Anbieter zu wechseln. Da ihr Vertrag jedoch erst rund neun Monate später auslief, verrechnete ihr Orange für die vorzeitige Kündigung über 400 Franken. «Ich finde das eine Frechheit. Orange kann die Serviceleistung nicht bringen – und ich werde dafür bestraft», sagt Ott. Erst nachdem der K-Tipp interveniert hatte, erliess Orange ihr die Gebühr.
24. März 2008
