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Artikel | Gesundheits-Tipp 03/2008

Schluss mit E-Nummern

Künstliche Farb- und Konservierungsstoffe machen Kinder hyperaktiv. Experten wollen sie vom Markt verbannen.


Kinder lieben alles, was süss und knallbunt ist. Viele Süssigkeiten enthalten aber künstliche Farbstoffe wie Sunsetgelb (E 110) oder Azorubin (E 122). Sie fördern ein hyperaktives Verhalten bei Kindern. Das berichtete die britische Medizinzeitschrift «The Lancet».

Schon früher kamen wissenschaftliche Studien zum gleichen Schluss: Kinder, die einen Cocktail aus Farbstoffen und dem Konservierungsmittel Natriumbenzoat (E 211) erhielten, wurden nervös und aggressiv. Solche Zusatzstoffe sind in Süssigkeiten und Limonaden wie Haribo-Fruchtgummis und Orangina enthalten.

Jetzt fordert eine Kommission des britischen Parlaments, dass alle künstlichen Farbstoffe in Lebensmitteln und Limonaden verboten werden. Die Kommission will auch schädliche Konservierungsmittel verbieten. Sie schreibt: «Das wäre für alle Kinder gut, nicht nur für solche mit dem Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom ADS.»

Schweizer Fachleute sind ebenfalls dafür, künstliche Farbstoffe aus Lebensmitteln zu verbannen. Pascale Häni, Beraterin bei der Fachstelle Ernährung bei ADS (Feba), sagt: «Ich bin für ein Verbot. Seit meine Kinder Nahrungsmittel ohne Zusatzstoffe essen, sind sie viel ruhiger geworden.»

Esswaren ohne Farbstoffe könnten auch gegen Übergewicht helfen. Ärztin Eveline Breidenstein aus Ottenbach ZH sagt: «Ungesunde Süssigkeiten würden dann weniger ‹gluschtig› aussehen und Kinder weniger davon essen.»


Gesundheitsbehörde will nichts unternehmen


Doch beim Bundesamt für Gesundheit hält man nichts von Verboten. Sprecherin Angela Scalese: «Es sind weitere Studien nötig.» Auch die Migros schreibt: «Solange die Behörden Zusatzstoffe nicht verbieten, gelten sie für uns als sicher.» Anders reagiert Coop: «Wo immer möglich, verzichten wir bei den Eigenmarken auf umstrittene Farbstoffe und Konservierungsmittel. Unser Einfluss auf die Hersteller von Markenprodukten ist aber beschränkt.»

Die meisten Süssigkeitenhersteller wiegeln ab. Bei Haribo heisst es: «Es ist nicht bewiesen, dass künstliche Farbstoffe schädlich sind.» Orangina will abwarten, wie die EU auf die neuen Forschungsergebnisse reagiert. Und die Bonbonfabrik F. Hunziker+Co. in Dietikon ZH, die «Gomz Super Sour Gummibonbons» und andere bunte Süssigkeiten produziert, sagt: «Wir stellen auch Produkte mit natürlichen Farben her.»

Einzig Mars Schweiz, Herstellerin der Schokolinsen m&m’s, verspricht: «Wir wollen alle Produkte ohne künstliche Aromen, Farb- und Konservierungsstoffe anbieten. Bis Ende 2008 werden m&m’s ohne künstliche Farbstoffe erhältlich sein.»

Weitere Infos


Liste problematischer Farbstoffe:
Zum Herunterladen unter www.gesundheitstipp.ch oder gegen ein frankiertes C5-Antwortcouvert zu bestellen bei Gesundheitstipp «E-Nummern», Postfach 277, 8032 Zürich.

Ratgeber «Essen und trinken»: Das 166-seitige Gesundheitstipp-Buch liefert Tipps für eine gesunde Ernährung» und viele Infos über Zusatzstoffe. Direkt zu bestellen unter www.gesundheitstipp.ch.

18. März 2008 | Andreas Gossweiler


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