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Bald nach den Eisblumen öffnen die ersten Frühblüher ihre Knospen – sofern sie im Garten am richtigen Ort wachsen.
Frühblüher öffnen dann ihre Knospen, wenn die Temperaturen steigen. Sie bilden meist zarte, kleine Blüten. Sie profitieren davon, dass das Laubwerk noch nicht entwickelt ist und damit das Sonnenlicht ganz ihnen gehört.
Frühblüher beanspruchen nicht nur das erste Licht für sich, sondern sie haben es auch ganz speziell auf die Insekten abgesehen. Mit Erfolg: Mangels Alternativen ist ihnen die Aufmerksamkeit der ersten ausfliegenden Insekten gewiss.
Das Geheimnis der Frühblüher ist einfach: Sie überwintern unterirdisch in Knollen, Zwiebeln und Rhizomen. Dort befinden sich auch die Vorräte in Form von Speicherstoffen wie Stärke und Mineralstoffen. Ein Vorteil, den auch Gartenbesitzer zu schätzen wissen, denn die mehrjährigen Pflanzen kommen alle Jahre wieder von alleine.
Krokusse und Narzissen
Wichtig ist nur, dass man ihnen den richtigen Platz im Garten gibt.
Krokusse, Sternhyazinthen, Primeln und Narzissen fühlen sich auf dem Rasen sehr wohl. Damit die Sprossen überhaupt die Wurzelschicht durchbrechen können, darf der Rasen aber nicht zu dicht sein.
Bärlauch und Schneeglöckchen
Unter alten Gehölzen oder Sträuchern gedeihen Schneeglöckchen, Schlüsselblumen, Bärlauch und Buschwindröschen gut.
Bärlauch wuchert und verströmt einen intensiven Geruch. «Wer das Wuchern verhindern möchte, baut im Garten eine Rhizomsperre ein, eine Art Wand im Boden», rät Gärtner Beat Graf aus Volketswil ZH, spezialisiert auf winterharte Gartenpflanzen.
Auch Schneeglöckchen und Buschwindröschen vermehren sich rasch. Sie stören aber nicht, weil sie nicht stark riechen, andere Pflanzen nicht verdrängen und sich im Sommer zurückziehen.
Tulpen
Beliebte Frühblüher in Gärten sind Tulpen. Sie gedeihen im lockeren Gartenboden und sollten im Herbst in doppelter Tiefe wie der Zwiebeldurchmesser in lockeren Tuffs gepflanzt werden.
Das Problem bei Tulpen und anderen Zwiebeln: Ihr Laub sollte man stehen lassen, damit der Saft und die Energie wieder in die Zwiebel ziehen kann – doch die Blätter werden schon im April hässlich.
«Tulpen setzt man deshalb am besten neben Pflanzen mit üppigem grünem Buschwerk wie Lupinen, Rittersporn und Sonnenhut», sagt Graf. Sie verdecken das gelbe Laub der Tulpen und blühen später im Sommer.
Polster für Mauern
Besonders hübsch im Frühjahr sind Polster. Sie zieren Beton- oder Natursteinmauern und brauchen wenig Pflege.
Das Blaukissen kann über einen halben Meter lang werden und trägt im April blaue oder violett-rote Blüten. Auch das Steinkraut ist ein Polster, das im April mit gelber Pracht erfreut.
Sträucher
Zu den Frühblühern gehören auch viele Sträucher. Sie sollten nicht im Herbst oder Winter geschnitten werden, sonst schneidet man die Blüte ab. Optimal ist, wenn die alten Äste im Sommer ausgelichtet und zurückgestutzt werden.
Die Kornellkirsche blüht im März gelb. Sie hat im Sommer eine rote Frucht, die sich gar essen lässt.
In weisser Pracht präsentiert sich die Lavendelheide. Sie braucht Moorboden und sollte möglichst frei stehen. Damit die Wuchsform und die aufrecht stehenden Blüten im März zur Geltung kommen, darf man rundum keine andern Frühblüher pflanzen.
Weniger heikel ist der Winterjasmin, der sich mit jedem Boden begnügt. Er braucht ein bisschen Halt und ist ein schöner Willkommensgruss, wenn er die Stufen eines Treppenabsatzes umspielt oder über das Geländer hängt.
Magnolie und Birke
Unter den Bäumen schliesslich ist die Magnolie in immer mehr Gärten anzutreffen. Ihre üppigen rosa Blüten im März sind nicht zu übersehen. Spiel in den Garten bringen die hängenden, bräunlichen Kätzchen der Erle, die Ende Februar sichtbar sind.
In einem grossen Garten mit feuchtem Boden darf die Erle nicht fehlen.
Zu den ersten blühenden Bäumen gehört auch die Birke, die ihre Pollen unter Umständen schon im Februar verteilt und damit die Heuschnupfensaison ankündigt.
Frühblüher auf einen Blick
Stauden und Zwiebeln
Januar–Februar: Winteriris
Februar–März: Lerchensporn, Schneeglöckchen, Winterling
Februar–April: Märzenbecher, Nieswurz
Februar–Mai: Gänseblümchen, Tulpe
März: Bergenie, Sternhyazinthe, wintergrünes kleeblättriges Wiesenschaumkraut
März–April: Blaustern, Huflattich, Krokus, Leberblümchen, Schaftdolde, Schlüsselblume
März–Mai: Buschwindröschen, Küchenschelle Narzisse, Scharbockskraut, Sumpfdotterblume
April–Mai: Bärlauch, Immergrün, Löwenzahn, Lungenkraut, Scheinkalla
Mai: Maiglöckchen
Dezember–Februar: Zaubernuss
Dezember–März: Heckenkirsche
Dezember–April: Winterjasmin
Januar: Baumhasel, Fleischbeere
Januar–März: Winterschneeball
Februar: Becherkätzchen
Februar–März: Forsythie, Oregonpflaume, Perlschweif, Schneeforsythie
Februar–April: Mahonie
März: Hartriegel, Waldrebe
März–April: Fieberstrauch, Lavendelheide, Scheinhasel, Weide
März–Mai: Schwarzdorn, Seidelblast
April–Mai: Rhododendron, Skimmie
Mai–Juni: Schneeflockenstrauch
April–Mai: Blaukissen, Steinkraut
Februar: Winterblüte, Erle (Kätzchen)
Februar–März: Birke
März: Magnolie
April: Prunus
Mai: Ahorn
10. März 2008 | Christa Gall
