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Artikel | K-Tipp 04/2008

Ein Motivationstrainer erregt Anstoss

Besuchen Sie unser Seminar, sonst werden Sie krank: Unter diesem Motto wirbt der «Erfolgs-Coach» Martin Betschart für sein Intensiv-Seminar.


Dieses Mailing ist eine Frechheit», empört sich Bruno Hauser aus Wohlen AG. Er hat von Martin Betschart Werbung für ein «legendäres Intensiv-Seminar» erhalten.

Darin schreibt «der wohl erfolgreichste Trainer der Schweiz» (Eigenwerbung), in der jetzigen trüben Winterzeit gebe es unmotivierte Mitarbeiter. Daraus folge oft depressive Stimmung, der Umsatz leide. «Dies hat auch Folgen im Privatleben und sogar auf die Gesundheit.»

Deshalb sein Tipp: «Erleben Sie ein Motivations-Seminar der Spitzenklasse.» Und: «Sie erleben, wie Sie innerhalb von 3 Monaten ihren Erfolg um 20 % steigern können.»


Firmen zu Unrecht auf der Referenzenliste


Hauser findet das unverschämt. «Man will uns suggerieren, es gehe uns mies.»
Das nicht gerade bescheidene Auftreten von Trainer Betschart hat System. Er gibt auch «Referenzen» an als Beleg für seine Erfolge. Doch etliche Firmen sind zu Unrecht aufgeführt.

Im mitgeschickten Prospekt heisst es beispielsweise, «Führungskräfte» von Winterthur und Credit Suisse hätten sich von Betschart begeistern lassen. Beide Firmen bestreiten das. Betschart sagt, «einige Personen» bzw. «diverse Mitarbeiter» hätten bei ihm Seminare besucht.

Globetrotter Travel sagt: «Wir haben nie an einem Seminar teilgenommen und Betschart nie als Referenten engagiert. Wir stehen klar zu Unrecht auf seiner Liste!»

Betscharts Vorgehen im Fall Globetrotter ist typisch: Privatleute nehmen an seinen Seminaren teil, dort geben sie ihren Arbeitgeber an – und flugs landet die Firma auf der Referenzenliste.

Auf seiner Homepage waren unter «Referenzen» ebenfalls Firmen zu Unrecht aufgeführt. Zum Beispiel das Schweizer Fernsehen. Pressesprecher Urs Durrer: «Diese Person hat nicht für uns gearbeitet und von uns auch nie das Okay erhalten, unser Logo zu benützen.»

Immerhin: Betschart hat reagiert und zeigt sich einsichtig. Die falschen Referenzen sind jetzt auf seiner Internet-Homepage nicht mehr aufrufbar. Und er will künftig die Firmen fragen, ob er sie auf seine Referenzenliste setzen dürfe.

25. Februar 2008


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