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Eine neue Wellness-Bettdecke soll der Haut gut tun. Fachleute kritisieren diese Anpreisung als «Quatsch».
Schön werden über Nacht: Das verspricht die Firma Centa-Star. Der deutsche Bettwarenhersteller verkauft eine Wellness-Bettdecke, die Vitamin E enthält. Laut Centa-Star geht das Vitamin «nachweislich» im Schlaf auf die Haut über. Es soll den Alterungsprozess der Haut verlangsamen.
Auch andere Anbieter hoffen, mit Wellness-Textilien den Absatz ihrer Produkte anzukurbeln: Seit kurzem verkauft der Jeans-Hersteller G-Star Hosen, die Vitamine enthalten (die Zeitschrift «Gesundheitstipp» berichtete darüber im Januar).
«Eine Bettdecke mit Vitamin E ist überflüssig»
Fachleute kritisieren den neuen Trend. Der Ernährungs- und Kosmetik-Experte Heinz Knieriemen sagt: «Eine Bettdecke mit Vitamin E ist überflüssig. Wer sich gesund und abwechslungsreich ernährt, leidet nicht unter einem Vitaminmangel.» Vitamin E ist in vielen pflanzlichen Lebensmitteln wie Getreide, Nüssen und Speiseöl enthalten.
Zur Behauptung, die Vitamin-Bettdecke verlangsame die Alterung der Haut, sagt Heinz Knieriemen: «Das ist Quatsch. Es ist nicht nötig, die Haut von aussen mit Vitamin E zu versorgen, denn sie wird von innen ausreichend genährt.» Von der Vitamin-Bettdecke sei kein pflegender Effekt zu erwarten.
Der Zürcher Arzt Thomas Walser sagt: «Es gibt keinen Beweis dafür, dass zusätzliches Vitamin E gut tut. Studien zeigen, dass zu viel Vitamin E schaden kann.» Die Firma Centa-Star sagt zur Kritik der Fachleute: «Wir erheben nicht den Anspruch, dass unsere Bettdecke einen Vitaminmangel im Körper ausgleichen kann. Vitamin E pflegt die Haut. Deshalb ist Vitamin E seit Jahren in vielen Kosmetikprodukten enthalten.»
Duvet-Bezug in der Schweiz gar nicht erhältlich
Für Schweizer Käufer halten sich Nutzen und Schaden der Vitamin-Bettdecke so oder so in engen Grenzen. Denn auch Centa-Star gibt zu, dass das Vitamin nur dann zur Haut gelangt, wenn man gleichzeitig einen Duvet-Bezug verwendet, der ebenfalls Vitamin E enthält. Centa-Star stellt diesen Vitamin-Bezug aber nicht in der Schweizer Normgrösse her.
18. Februar 2008 | Andreas Gossweiler
