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52 Kilo haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Aktion «Fett weg» abgenommen. Nächstes Jahr wollen sie alle noch schlanker werden.
Es ist ein kalter Novemberabend. In der Backstube in der Mühle Tiefenbrunnen in Zürich sitzen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Aktion «Fett weg». Mit dabei in der Tischrunde: Präventivmediziner David Fäh, Ernährungsexpertin Erika Toman und Heinrich von Grünigen, Präsident der Schweizerischen Adipositas-Stiftung.
Teilnehmerin Susanne Maag berichtet: «Ich wollte keine extreme Diät machen.» Auf Anraten des Hausarztes Thomas Walser verzichtet sie zwei- bis dreimal pro Woche auf das Abendessen. Und sie trinkt vor jeder Mahlzeit eine Tasse Grüntee. «Ich nehme mir Zeit fürs Frühstück. Dafür esse ich zwischendurch nichts mehr.» Auch im nächsten Jahr will sie die Tipps des Hausarztes befolgen. «Aber ich werde alles ein bisschen lockerer nehmen.»
Diäten mit Coach haben am besten funktioniert
Susanne Maag ist eine der drei Teilnehmerinnen, die Coaching-Programme testeten – und auch am meisten abspeckten. Die anderen beiden: Sabine Mancosu, die dank dem Internet-Programm eBalance Gewicht verlor, und Alexia Buck, die auf Weight Watchers setzte. Jede der drei Frauen ist jetzt – nach fast einem Jahr – 13 Kilo leichter. Und dies dank Methoden, bei denen sie Tipps erhalten, die auf ihre persönlichen Bedürfnisse abgestimmt sind. Expertin Erika Toman erklärt den grossen Erfolg so: «Die Begleitung durch einen Coach ist für viele Menschen sinnvoll. Denn er bietet wertvolle Unterstützung in Krisensituationen.
Nicht allen gelang das Abspecken so mühelos. Susy Schäppi verlor mit der Glyx-Diät nur 5 Kilo. Hanspeter Salzmann nahm mit der Brigitte-Diät überhaupt nicht ab. Die drei Fachleute sind sich denn auch einig: Strenge Diäten bringen nichts. Ernährungsexpertin Erika Toman: «Die meisten Leute schaffen es nicht, eine harte Diät länge-re Zeit durchzuhalten. Deshalb ist es besser, die Essgewohnheiten inkleinen Schritten umzustellen.» Und Heinrich von Grünigen warnt: «Finger weg von allen extremen und einseitigen Diäten! Sie lassen sich nicht in den Alltag integrieren.»
Wenig Erfolg hatten auch die Teilnehmer, die Medikamente testeten: Hansjürg Waser nahm zwar mit Reductil 9 Kilo ab, verfehlte aber sein Jahresziel, nämlich 14 Kilo weniger. Alice Rüegsegger und Christa Gubler, die Xenical und Acomplia verwendeten, schieden vor den Sommerferien aus. Dennoch findet Rüegsegger, die Teilnahme habe sich für sie gelohnt: «Ich habe meine Freude an der Bewegung entdeckt. Ich gehe jetzt jede Woche ins Tischtennis-Training.»
Nach dem Festessen: Ein bis zwei Tage kalorienarm essen
Zum Thema Abspeckpillen sagt Toman: «Ein Medikament kann eine Initialzündung geben. Aber es erspart das Umstellen der Essgewohnheiten nicht.» Präventivmediziner Fäh ergänzt: «Wundermittel gibt es nicht. Denn der Stoffwechsel ist sehr komplex.»
Die Erfahrungen der Teilnehmer zeigen: Abnehmen ist nicht leicht, aber machbar. Doch wenn man es geschafft hat, kommt die Angst vor dem Jojo-Effekt. Kurt Laederach, Spezialist für Übergewicht am Berner Inselspital, rät: «Ziehen Sie das gesündere Essverhalten unbedingt weiter durch. Nur so können Sie das Gewicht halten.» Das sei einfacher, wenn man nur wenig, dafür kontinuierlich abgenommen hat. Laederach erklärt, warum das so ist: «Je schneller die Fettdepots geleert wurden, umso rascher füllen sie sich.»
Laederachs Tipp für die Festtage: «Versuchen Sie, das Erlernte auch in dieser schwierigen Situation anzuwenden.» Besser als Verbote sei es, die zusätzlichen Kalorien durch Bewegung zu kompensieren und nach einem Festessen ein bis zwei Tage die Kalorienzufuhr zu reduzieren.
01. Dezember 2007 | Andreas Gossweiler
