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Vor allem Frauen leiden häufig unter Migräne-Attacken. Viele warten zu lange, bis sie etwas dagegen unternehmen.
Der Schmerz sitzt in der rechten Schläfe: Es hämmert und pocht – der Druck ist unerträglich. Bei der 58-jährigen Edith Fuchs spielt sich die Migräne immer gleich ab. Sie erträgt dann weder Lärm, Licht, Essen noch Gerüche. «Am besten ist es, wenn ich sofort eine Migränetablette nehme und mich hinlege.»
Edith Fuchs weiss mittlerweile sehr gut, was ihr bei Migräne hilft. Das war nicht immer so. «Ich hatte lange Zeit das Gefühl, dass ich doch nicht immer sofort eine Tablette schlucken kann», erzählt sie. Jahrelang habe sie deshalb viel zu spät Medikamente genommen.
Dem Arzt Peter Sandor ist diesses Muster bestens bekannt: Er leitet die Abteilung Kopfweh und Schmerz des Unispitals Zürich und hat täglich mit Migräne-Patienten zu tun. «Viele Menschen warten zu lange, bis sie sich um eine richtige Behandlung kümmern», sagt Sandor. «Dabei kann man Migräne durchaus in den Griff bekommen – und lernen damit zu leben.»
Genug Schlaf, frische Luft und Bewegung beugen vor In vielen Fällen kann man den Attacken vorbeugen. Dazu gehört als Erstes die Suche nach dem Auslöser – dem sogenannten Trigger: Stress, Menstruation oder Alkohol können Gründe für eine Migräne sein. Um die Ursache herauszufinden, sollte man über längere Zeit ein Migräne-Tagebuch führen.
Sport und frische Luft beugen der Migräne vor. Der Arzt rät zu dreimal zwanzig bis vierzig Minuten Bewegung pro Woche. Hinzu kommen Ruhe, Entspannung, genügend Schlaf und regelmässige Mahlzeiten. Auch Magnesium, Coenzym Q10 oder Vitamin B2 nützen. Peter Sandor: «Damit machen wir gute Erfahrungen.» In Einzelfällen nützen auch Betablocker, Antiepileptika oder Antidepressiva.
Um Migräne zu vermeiden, achtet Edith Fuchs seit ein paar Jahren darauf, genug zu trinken. Sie massiert regelmässig ihren Kopf und geht viel an die frische Luft. Ist trotzdem eine Migräne im Anzug, schluckt sie sofort eine Tablette. «Das nützt bei mir sehr gut.»
Nehmen Sie das Migräne-Mittel möglichst früh!
Schmerzmittel und spezielle Migräne-Medikamente wie Triptane nützen am besten, wenn man sie frühzeitig einnimmt. Sandor warnt jedoch vor zu häufigem Griff zur Tablette: «Man sollte auf keinen Fall an mehr als zwei Tagen pro Woche Migräne-Medikamente schlucken.» Nimmt man sie öfter, können sie selbst Kopfschmerzen auslösen – und abhängig machen.
01. Dezember 2007 | Gabriela Braun
