|
(0) |
Kunst verschönert die Wohnung. Vorausgesetzt, die Bilder hängen am richtigen Ort. Die wichtigsten Tipps zur Platzierung.
Natürlich gehts auch ohne Bilder: Leere weisse (oder andersfarbige) Wände sind immer eine Option – gerade in Räumen, die bereits mit Möbeln und anderen Einrichtungsgegenständen überstellt sind. Auf der anderen Seite kann ein Bild die Stimmung in einem Raum wohltuend beeinflussen, egal, ob es sich um ein Plakat, Poster, Foto, einen Kunstdruck oder um ein Originalgemälde handelt.
Für Originalbilder gilt: «Weniger ist mehr»
Mit Kunstoriginalen sollte man in der Wohnung vorsichtig sein, empfiehlt Kunstmaler Heinz Gadient aus Luzern: «Weniger ist mehr. Lieber zwei, drei Bilder klug platzieren statt die Wohnung mit Bildern vollpflastern.» An exponierten Standorten wie etwa vor dem Esstisch oder bei der Garderobe sollte man so oder so keine kostbaren Bilder platzieren, weil sie allzu leicht beschädigt werden könnten.
Eine Collage ist an solchen Orten indes ein mögliches Stilmittel – vor allem, wenn man sehr viele Bilder in unterschiedlichen Grössen aufhängen will –, am ehesten in der Kombination von Postern, Fotos und Kunstdrucken. So wird die Wand selbst zu einem Bild, bestehend aus verschiedenen Elementen.
Mehrere gleichformatige Bilder gruppiert man, indem man sie in der Horizontalen nebeneinanderhängt oder als rechteckigen Block formiert.
Die Sache mit dem goldenen Schnitt
Ein Problem bei der Platzierung ist die Höhe: «Bilder werden häufig zu hoch gehängt», sagt Gadient. Die Faustregel besagt: Die Mitte des Bildes sollte rund 1,50 Meter ab Boden sein (in einem Raum mit der Standardhöhe von 2,30 Meter). So blicken die leicht abwärts gerichteten Augen des stehenden Betrachters ins Zentrum des Kunstwerks. Nach dem gleichen Muster sollte man auch eine Gruppe von Bildern aufhängen.
Generell empfiehlt sich eine Platzierung nach dem sogenannten goldenen Schnitt. Damit gemeint ist das Längenverhältnis zweier Strecken (2 zu 3, 3 zu 5, 5 zu 8 usw.), das als ästhetisch ausgewogen empfunden wird (detaillierte Tipps siehe Seite 10). Ein einzelnes Bild sollte man deshalb nicht genau in der Mitte der Wand platzieren, sondern leicht versetzt, also ebenfalls ungefähr im Verhältnis des goldenen Schnitts. «Das wirkt sowohl harmonisch als auch spannungsreich», so Heinz Gadient.
Schienen mit Haken, Dübel, Nägel
Aufhängesysteme und Bilderschienen sind vor allem in Galerien, Büros und Arztpraxen zu finden. Handliche Systeme gibt es im Fachhandel auch für den Hausgebrauch. Eine einfache Lösung ist die Clip-Schiene: An der Wand werden mit Schrauben Clips (eine Art «Druckknopf») montiert und darin wird eine Alu-Schiene (in verschiedenen Längen erhältlich) eingeklinkt. In die Schienen lassen sich sogenannte Cobra-Haken mit Perlonschnur oder Stahlkabel einsetzen. Dadurch lassen sich Bilder seitlich beliebig verschieben.
Die günstigste Methode ist aber immer noch die Befestigungstechnik mit Nägeln, Dübeln und Schrauben. Nachteil: Will man ein Bild neu platzieren, beginnt die Arbeit von vorn.
«Abstrakte Bilder sind länger interessant»
Übrigens: Ob sich in einem Raum ein Bild mit gegenständlicher oder mit abstrakter Darstellung besser macht, hängt natürlich von den eigenen Vorlieben ab. Aber, so Heinz Gadient: «Figürliche Werke erzählen eine Geschichte, die irgendwann erzählt ist, abstrakte sind länger interessant.»
Platzieren und Arrangieren: Die Tipps!
Einige einfache Regeln helfen, Bilder, Poster und Fotos optimal zu platzieren:
Wichtig: Das Bild sollte weder direkt von der Sonne noch von Kunstlichtspots angestrahlt werden.
Richtig dübeln
27. November 2007 | Stefan Christen
