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Artikel | K-Tipp 20/2007

Ski-Abos sind im Ausland oft teurer

Bis zu 1400 Franken zahlt eine vierköpfige Familie allein für die Wochen-Skiabos. Das zeigt ein K-Tipp-Preisvergleich in 40 grossen Skigebieten in der Schweizund in den Nachbarländern.

Die Schweiz – eine Hochpreisinsel? Das war einmal. Jedenfalls bei den Preisen für Skiabos. Noch vor fünf Jahren hatte der K-Tipp schreiben müssen: «Die Schweiz ist am teuersten.»

Inzwischen langen auch die ausländischen Kurorte tüchtig zu. Namentlich in Frankreich und Italien sind die Preise für Skiabos derart hoch, dass die Schweizer Kurorte durchaus konkurrenzfähig sind.

Schweiz-Tourismus-Direktor Jürg Schmid behauptet gar: «Nirgendwo sind die Bahnen günstiger als in der Schweiz.»

Was allerdings übertrieben ist. Der K-Tipp-Vergleich (siehe Tabelle im pdf-Artikel) zeigt, dass es im Ausland – vor allem in Deutschland – durchaus auch günstigere Skigebiete gibt.

Und wenn Jürg Schmid über die Schweizer Bergbahnen sagt, «mit der Erhöhung der Preise wird lediglich die Teuerung ausgeglichen», dann liegt er komplett falsch.


Saftige Aufschläge in einigen Skigebieten

Die Teuerung in der Schweiz betrug in den letzten fünf Jahren nämlich 4,7 Prozent. Bei den Preisen für Skiabos haben die meisten Skigebiete deutlich stärker aufgeschlagen – manchenorts um über 10 Prozent (siehe Tabelle im pdf-Artikel).

Dass ausländische Skigebiete inzwischen so teuer sind, lässt sich nur zum Teil mit dem starken Euro erklären. Der Kurs stieg in den letzten fünf Jahren zwar von ca. Fr. 1.48 auf Fr. 1.70. Das verteuert die ausländischen Skiabos für Schweizer Kunden um 15 Prozent. Die Aufschläge sind aber viel höher. Sie liegen zwischen 25 und 55 Prozent.

Erstaunlich: Wer das Abo für grenzüberschreitende Skigebiete im Ausland kauft, zahlt deutlich mehr als in der Schweiz. So sind Abos im französischen Morzine-Avoriaz teurer als in Champéry VS, im österreichischen Ischgl teurer als in Samnaun GR und im italienischen Cervinia teurer als in Zermatt VS.

Unattraktiv sind viele ausländische Skigebiete auch wegen der Altersregelungen. Besonders krass: Im italienischen Wintersportort Sestrière gibts nur noch einen Einheitstarif. Wer älter ist als acht Jahre, zahlt pro Woche Fr. 298.–, egal, ob Kind, Erwachsener oder Senior.


Rabatt für Kinder ab 13 Jahren gestrichen

In Frankreich gelten Kinder an den meisten Ski-Orten bereits ab 12 oder ab 14 Jahren als Erwachsene. Rabatte für Jugendliche, Lehrlinge und Studenten sind selten, Rabatte für Senioren hingegen weitverbreitet. Und manchenorts ist die Fahrt auf Anfängerliften gratis.

Auch einige Schweizer Kurorte haben sich dem Trend zu tieferen Alterslimiten angepasst, vor allem im Bündnerland: In Davos, in Flims/Laax und im Engadin gibts für 13-Jährige keinen Kinderrabatt mehr, und für 18-Jährige ist der Jugendrabatt gestrichen.

Doch die meisten Kurorte in der Schweiz verlangen noch immer erst ab 16 beziehungsweise 20 Jahren mehr. In Champéry profitieren Studenten und Lehrlinge sogar bis zum Alter von 24 Jahren von günstigeren Preisen.

Wer nicht zu viel zahlen möchte, beachtet am besten folgende Tipps:

  • Beschaffen Sie sich Unterlagen der Bergbahnen. So sind sie gut vorbereitet. Viele Bergbahn-Angestellte finden sich leider im Tarifdschungel selber nicht zurecht.
  • Beachten Sie dabei die Alterslimiten bei Rabatten für Kinder, Jugendliche und Senioren. Nicht jeder Schalterangestellte weist Sie automatisch auf die Vergünstigungen hin.
  • Nehmen Sie Identitätskarten, Lehrlings- oder Studentenausweise mit. Viele Bergbahnen gewähren nämlich Reduktionen nur, wenn der Kunde den entsprechenden Ausweis vorweisen kann.
  • Überlegen Sie bei grossen Skigebieten, ob es nicht genügt, wenn Sie ein Abo lösen, das nur für einen Teil der Anlagen gilt. In manchen Orten sind Lifte und Bahnen so weit auseinander, dass sich ohnehin nicht alle nutzen lassen.
  • Fahren Sie, sofern Sie nicht auf die Schulferien angewiesen sind, ausserhalb der Hochsaison zum Skifahren. In der Nebensaison sind die Abos vielerorts günstiger.


Falsche Schneeberichte: Schweiz Tourismus droht den Kurorten

Der K-Tipp hatte es letzten Winter aufgedeckt (Ausgabe 4/07): Viele Kurorte mogeln bei den Angaben für den Schneebericht, der auf www.myswitzerland.com zu finden ist und auch in vielen Tageszeitungen erscheint.

Da war von Pulverschnee die Rede, wo in Tat und Wahrheit blankes Eis den Snowboardern die Freude verdarb – und von guten Schneeverhältnissen auf Talabfahrten, wo Skifahrer ihre Bretter schultern mussten.

Jetzt reagiert Schweiz Tourismus: Wer findet, der Schneebericht sei fehlerhaft, kann seine Kritik im Internet anbringen. Sie wird an die Verantwortlichen im Kurort weitergeleitet. «Macht ein Ort über längere Zeit falsche Angaben und gehen deswegen vermehrt Reklamationen ein, werden die Angaben dieses Ortes deaktiviert», schreibt Schweiz Tourismus. Im Klartext: Der Ort fliegt aus dem Schneebericht.

Doch bis es so weit ist, braucht es einiges: «Fünf negative Rückmeldungen, die begründet und belegt sind, sowie eine Wintersportdestination, die nicht einsichtig ist», sagt Schweiz-Tourismus-Sprecher Roger Waber.

26. November 2007 | Marco Diener


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