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Noch vor Ende Jahr lassen sich die ersten Programme im hochauflösenden TV-Standard HDTV ab Kabel empfangen. Brillanter Fernsehgenuss hat aber seinen Preis, und die Gerätebeschaffung ist nicht ohne Tücken.
Die Fussball-EM Euro 08 wird im kommenden Sommer das erste grosse Ereignis sein, das im neuen hochauflösenden TV-Standard HDTV zu empfangen sein wird. Das Angebot an HDTV-Programmen wird aber schon in den kommenden Monaten aufgebaut.
Die Cablecom wird das hochaufgelöste Fernsehen vermutlich im November lancieren. Zum Start hin werden die Kanäle Sat.1 HD, Pro7 HD sowie der Spielfilm- und Unterhaltungssender Anixe HD angeboten. Die Programme lassen sich empfangen mit dem neuen HD Mediabox Receiver.
Im Dezember folgt dann der neue SRG-Kanal HD Suisse. Er wird rund um die Uhr Eigen- und Koproduktionen der SRG-Sender in den vier Landessprachen senden, unter anderem Sportübertragungen, Dokumentarfilme und Serien. Der neue Kanal wird per Kabel und per Satellit empfangbar sein (siehe Kasten «Preisvergleich HDTV-Angebote»).
Wer diese Angebote nutzen will, braucht aber einiges an Ausrüstung und Fachwissen. Die Anschaffung eines HDTV-Geräteparks droht ohne technische Grundkenntnisse zur teuren Fehlinvestition zu verkommen. K-Geld sagt, worauf man bei der Investition in HDTV achten muss.
Schärfere Bilder, mehr Details, besserer Klang
Ein herkömmlicher analoger Fernseher kann 576 Bildzeilen darstellen. Beim High-Definition-TV-Standard (HDTV) sind es mindestens 720 Zeilen. Bewegte Bilder wirken damit schärfer und es sind mehr Details erkennbar. Zudem ist die Farbtreue bei HDTV-Geräten deutlich besser als auf dem Röhrenfernseher.
HD-Programme werden im modernen Kino-Breitbildformat 16 : 9 und mit Dolby-5.1-Raumklang verbreitet, was das Fernsehen auch akustisch zum Kinoerlebnis macht.
Ein HDTV-taugliches Gerät muss im Breitbild-Modus mindestens 720 Zeilen darstellen können. Fernseher mit einem «HD-Ready»-Logo erfüllen diese Anforderung. Bildschirme mit dem neueren Logo «Full HD» erreichen sogar eine Auflösung von mindestens 1080 Zeilen.
Der Trend geht Richtung LCD-Monitore
Full HD ist erst ab einer Bilddiagonale von rund 37 Zoll (94 cm) sinnvoll. Bei kleineren Bildschirmen liegen die Bildpunkte bei Full-HD-Auflösung so nahe zusammen, dass sie vom Auge in vernünftigem Sehabstand nicht unterschieden werden können. Bei Bildschirmen ab 40 Zoll sollte man aber unbedingt auf das Format Full-HD-TV setzen.
Die Preise für Full-HD-Geräte sind in den vergangenen Monaten deutlich gesunken. Die Preisunterschiede sind aber gross (siehe Tabelle rechts). Bei den günstigeren Online-Anbietern sind Faktoren wie verdeckte Versand- oder Kreditkartenzuschläge, allfällige lange Lieferfristen und mögliche Probleme bei der Garantie-Rücknahme zu beachten.
Eine weitere zentrale Frage ist: Plasma- oder LCD-Bildschirm? LCD-Geräte haben einige Nachteile: Unschärfen bei schnellen Bewegungen, kein sattes Schwarz und die Bildqualität kann bei seitlichem Betrachten leiden.
Bild-Nachzieheffekte bei bewegten Szenen sind mittlerweile jedoch bei qualitativ hochwertigen LCD-Monitoren die Ausnahme. Je tiefer die Reaktionszeit des Monitors in Millisekunden ist, desto weniger machen sich solche Schliereneffekte bemerkbar.
Plasma-Displays bieten vor allem in einer dunklen Umgebung bessere Bilder. Sie haben zudem meist einen höheren Kontrastumfang.
Plasma-Geräte sind aber deutlich schwerer und verbrauchen mehr Strom als LCDs. Der Trend geht klar in Richtung LCD-Monitore. Plasma-Fernseher wurden in der Tabelle deshalb nicht berücksichtigt.
Neben einem hochauflösenden TV oder einem HDTV-fähigen Beamer braucht es aber auch Bildinhalte in hoher Auflösung. Neben den oben genannten Programmen gibt es bereits viele HDTV-Angebote via Satellit – einzelne sind kostenpflichtig, andere gratis. Dafür wird ein HDTV-Satellitenempfänger benötigt. Er ist ab rund 400 Franken erhältlich.
Videos in HD-Qualität gibts ab rund 40 Franken
HD-Filme auf den neuen Speicherformaten Bluray oder HD DVD werden seit Anfang Jahr in der Schweiz verkauft. HD-Filme sind momentan noch deutlich teurer als DVDs. Filmklassiker sind ab rund 40 Franken zu haben Vor einem Gerätekauf stellt sich hier die Frage, auf welches DVD-Nachfolgeformat man setzen soll (siehe Kasten: «Wer wird Nachfolger der DVD?»).
Duell der Formate: Wer wird Nachfolger der DVD?
«Dummerweise gibt es zwei Speicherträger mit genau gleicher Bild- und Tonqualität», sagt Albrecht Gasteiner vom HDTV-Forum zu den beiden Formaten HD DVD und Bluray.
Ein Abspielgerät, das die Formate Bluray und HD DVD verarbeiten kann, soll gegen Ende dieses Jahres auf den Markt kommen. Das Gerät dürfte allerdings so teuer sein wie zwei Einzelgeräte zusammen.
Ausserdem gibt es ab Januar 2008 Datenträger, die auf einer Seite das Format Bluray aufweisen und auf der Rückseite HD DVD. Aber auch hier stellt der hohe Preis ein Hindernis dar.
«Vielleicht setzt sich eines der beiden Systeme durch. Es ist aber auch möglich, dass sich beide Systeme durchsetzen», sagt Gasteiner. Die Verkaufszahlen von HD DVD sowie von Bluray in Deutschland sind ernüchternd. Das deutet darauf hin, dass eine schnelle Ablösung der DVD kaum stattfinden dürfte.
Preisvergleich: HDTV-Angebote
Im Dezember lanciert die SRG den Kanal HD Suisse. Der neue HDTV-Sender kann über Satellit oder per Kabel empfangen werden.
Für den Satellitenempfang brauchts eine HD-fähige Set-Top-Box. Sie kostet rund 400 Franken. Wer SRG-Programme bereits über Satellit empfängt, benötigt ausser diesem Gerät und einem HDTV-fähigen TV keine weitere Ausrüstung. Wer sie noch nicht über Satellit empfängt, braucht zusätzlich eine SRG-Smartcard für einmalig 50 Franken.
Für HDTV über Cablecom benötigt man ein Digital-TV-Abo (Fr. 15.–/Monat). Im Preis enthalten ist eine HD-fähige Empfangsbox, die zur Verfügung gestellt wird. Auch regionale Kabelnetzbetreiber bieten HDTV an – die Preise variieren je nach Anbieter.
Bluewin TV: Die aktuelle Set-Top-Box von Bluewin TV der Swisscom ist HDTV-tauglich. Es ist jedoch unklar, wann Bluewin mit der Ausstrahlung von HDTV-Programmen beginnt. Für Bluewin TV (Fr. 29.–/Monat) braucht es einen Telefonanschluss der Swisscom sowie ein ADSL-Internetabo von Bluewin (ab Fr. 9.–). Die Heiminstallation kostet einmalig 95 Franken.
24. Oktober 2007 | Bernhard Bircher-Suits
