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Artikel | saldo 14/2007

Musik-Handy statt MP3-Player

Mit Musik-Handys kann man sich einen MP3-Player sparen. Doch nicht jedes Modell spielt alle Audioformate. saldo sagt, worauf beim Kauf zu achten ist.

Viele Handys können Musik abspielen. Doch die meisten Modelle sind einem MP3-Player unterlegen. Grund: Ihre Speicherkapazität ist gering, Bedienung und Klangqualität sind eher schlecht. Wer mit dem Mobiltelefon gut Musik hören will, muss sich deshalb nach einem Musik-Handy umsehen.
Die Geräte kosten etwas mehr als ein normales Handy. Dafür sind sie punkto Klang, Ausstattung und Bedienung auf das Abspielen von Musik optimiert und MP3-Playern der mittleren Preisklasse ebenbürtig. Beim Entscheid für ein Musik-Handy oder einen MP3-Player gilt es folgende Punkte zu beachten:

1. Genügend Speicher

Ein MP3-Player besitzt viel mehr Speicherplatz als ein Musik-Handy. Viele MP3-Player haben 1 bis 4 Gigabyte (GB) Speicher. Das Musik-Handy W 880 i von Sony-Ericsson besitzt hingegen nur einen internen Speicher von 16 Megabyte (MB), das Nokia N 73 Music Edition 40 MB. Das reicht nur für einige Stücke. Aber: Die Kapazität der Musik-Handys kann man mit Speicherkarten mit bis zu 2 GB erweitern. Zusätzliche Karten kosten ab etwa 30 Franken.
Auf eine 1-GB-Speicherkarte passen etwa 300 Lieder oder 16 Stunden Musik. Für Leute, die nur auf dem Weg zur Arbeit Musik hören wollen, reicht das bei weitem. Wer aber die ganze Musiksammlung dabei haben und auch Videos ansehen möchte, braucht einen MP3- oder Multimedia-Player, die es mit bis zu 80 GB Speicher gibt.

2. Einfache Bedienung

Die sehr übersichtliche Handhabung ist der Vorteil des MP3-Players, denn er spielt nur Musik ab. Das Handy hingegen muss Zifferntastatur und weitverzweigte Menübäume für diverse Funktionen unterbringen. Daher besitzen die meisten Musik-Handys einen Musikknopf, der den Player direkt startet. Nokia hat bei seinen Modellen der Music Edition eigene Tasten für Vor-/Rücklauf usw.
Gute Musik-Handys haben zudem eine Liedverwaltung, die aus den Musikdateien Informationen zu Titel, Interpret, Album-Erscheinungsjahr usw. herausliest. Das erleichtert die Suche nach Musikstücken.

3. Leistungsfähiger Akku

Ein guter MP3-Player spielt zwischen 15 und 40 Stunden Musik. Ein Handy muss nebenbei noch die Verbindung zum Mobilfunknetz aufrechterhalten, es wird telefoniert und im Kalender oder Adressbuch geblättert, was viel Energie verbraucht. Eine konkrete Angabe zur Spielzeit des Players geben die Hersteller von Musik-Handys daher nicht an. Die Angaben zur Sprech- und Standby-Zeit geben aber zumindest einen Hinweis, wie leistungsfähig der Akku ist.
Bedauerlich: We- der bei Musik-Handys noch den meisten MP3-Playern lassen sich die Akkus gegen handelsübliche Standardakkus austauschen.

4. Spielbare Formate

Jedes Musik-Handy spielt Musik im Tauschformat MP3. Dasselbe gilt für die weitverbreiteten Dateiformate AAC und WMA. Alle drei haben einen grossen Vorteil:  Sie enthalten keine Kopiersperre.
Anders sieht es aus, wenn man Lieder in Online-Musikportalen kauft und herunterlädt. Ausser dem Plattenlabel EMI verkaufen alle grossen Musikverlage ihre Titel mit einer Kopiersperre (Digital Rights Management, DRM). Das heisst: Im Gegensatz etwa zu einer normalen CD kann die Musik nicht beliebig von einem Gerät auf ein anderes kopiert werden. Fast alle Musikportale verwenden dabei das DRM-System Plays For Sure von Microsoft (DRM-WMA). Aufgepasst: Die beliebten Musik-Handys von Sony-Ericsson spielen keine  Musik mit DRM-Sperre ab. Nokia, Samsung und Motorola hingegen beherrschen DRM-WMA.
Wer seine Musik im iTunes-Laden von Apple kauft, hat schlechte Karten. Das dort verwendete DRM-System Fairplay verstehen nur der Apple iPod-Player und das Musik-Handy Motorola ROKR. Erst das iPhone ist wieder iTunes-kompatibel, wird aber dafür DRM-WMA nicht verstehen.

12. September 2007 | Andreas grote


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