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Im Sommer lief die Aktion «Fett weg» harzig. Nur eine Teilnehmerin nahm ab, zwei nahmen sogar wieder zu. Kein Grund zum Verzweifeln, meint Arzt Kurt Laederach.
Während der Ferien kämpften viele Teilnehmer der Aktion «Fett weg» mit dem Gewicht. Hansjürg Waser, der das Abspeckmedikament Reductil testet, nahm sogar ein Kilo zu. «In den letzten Wochen war ich beruflich stark belastet», berichtet der selbständige Architekt. «Ich hatte keine Zeit, um Sport zu treiben.» Genau gleich erging es Susy Schäppi: Auch die Testerin der Glyx-Diät ist ein Kilo schwerer als vor den Ferien.
Auch für Alexia Buck war es schwierig, die Weight-Watchers-Diät zu befolgen: «Die Kinder assen erst um 11 Uhr Frühstück. Am Mittag wollte ich nicht schon kochen.» Alexia Buck ass mit ihrer Familie oft im Restaurant und nahm es nicht mehr so genau mit dem Kalorienzählen. Das Resultat: Sie nahm kein Gramm mehr ab.
Gewicht stagniert: Nicht den Mut verlieren!
Kurt Laederach, Spezialist für Übergewicht am Berner Inselspital, erstaunt das nicht. «Bei den meisten Menschen, die eine Diät befolgen, stagniert das Gewicht nach ein paar Monaten.» Anfänglich seien alle Abnehmwilligen sehr motiviert. «Nach einiger Zeit lässt der Elan aber nach», erklärt Laederach. «Je strenger die gewählte Diät ist, umso schwieriger ist es, diese über eine längere Zeit durchzuziehen.»
Auch der Stoffwechsel erschwere es mit der Zeit abzunehmen: «Wenn man weniger Kalorien zu sich nimmt, dann drosselt der Körper den Energieverbrauch», sagt Laederach. «Wer weiterhin im gleichen Rhythmus abnehmen will, muss die Kalorienzufuhr noch stärker einschränken. Aber das ist fast unmöglich.» Die Erfahrung mit den Patienten im Berner Inselspital zeige zudem, dass viele eine Zeitlang mehr Sport treiben, der sportliche Schwung mit der Zeit aber wieder nachlasse.
Es gehe aber darum, Ess- und Bewegungsverhalten in kleinen Schritten zu ändern. «Je kleiner die Schritte, umso grösser der langfristige Erfolg», so Laederach. Ein Beispiel: «Essen Sie jeden Tag statt einer Süssigkeit eine Frucht.»
Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Aktion «Fett weg», die in den letzten Wochen nicht mehr abgenommen haben, rät der Spezialist: «Verlieren Sie den Mut nicht! Sie haben begonnen, sich gesünder zu ernähren – machen Sie weiter so.» Wer schlank werden möchte, müsse den Lebensstil langfristig ändern. «Es ist natürlich, dass es Zeiten gibt, in denen dies aus verschiedenen Gründen nicht mit der erwünschten Konsequenz möglich ist.»
Wenn das Gewicht länger stagniere, dann sei es aber sinnvoll, das eigene Verhalten bezüglich Essen und Bewegung neu zu überdenken. Laederach: «Versuchen Sie herauszufinden, welche Punkte Sie vernachlässigt haben und konsequenter umsetzen könnten.»
Rasches Gehen ist genauso gut wie Walking oder Jogging
Sportliche Aktivitäten lohnen sich: «Wer Sport treibt, kriegt grössere Muskeln. Damit wird der Kalorienverbrauch angekurbelt. Zudem führt Sport zu einer höheren psychischen Ausgeglichenheit. Beides ist für eine langfristig erfolgreiche Gewichtsabnahme unerlässlich», sagt der Arzt.
Am besten sei es, sich zwei- bis dreimal pro Woche während 30 bis 45 Minuten zu bewegen. Man könne auch mehr Bewegung in den Alltag einbauen, sagt Kurt Laederach: «Benützen Sie die Treppe statt den Lift. Legen Sie einen Teil des Arbeitswegs zu Fuss zurück. Es muss nicht unbedingt Walking oder Jogging sein. Rasches Gehen bewirkt dasselbe!»
12. September 2007 | Andreas Gossweiler
