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Helsana streicht den Solothurner Naturheiler Bruno Nagel von ihrer Liste. Die Krankenkasse reagiert damit auf Recherchen des Gesundheitstipp.
Mit umstrittenen Methoden wollte der Solothurner Naturheiler Bruno Nagel die Tierhaarallergie einer Patientin heilen: Er verschrieb ihr eine «Darmsanierung» mit einer einschneidenden Diät und testete die Patientin mehrmals mit seinem Bioresonanzgerät (siehe Gesundheitstipp 6/07).
Für die Tests und Medikamente verrechnete der Naturheiler 1117 Franken. Doch die Patientin erhielt eine manipulierte Quittung: Die Kosten für die in Bruno Nagels Apotheke bezogenen Medikamente waren in andere Leistungen umgerechnet worden. Zudem waren die Daten abgeändert. Eine Praxis-
assistentin sagte der Patientin, das sei nötig, damit die Krankenkasse die Kosten für die Tests und die Medikamente übernehme. Sansan, eine Tochtergesellschaft der Krankenkasse Helsana, bezahlte 75 Prozent der Rechnung.
Jetzt hat die Krankenkasse schnell gehandelt: «Aufgrund der offensichtlichen Ungereimtheiten haben wir Bruno Nagel bis auf weiteres von der Therapeutenliste der gesamten Helsana-Gruppe gestrichen», sagt Helsana-Sprecher Rob Hartmans. Das Streichen von der Liste bedeutet: Helsana bezahlt vorläufig keine Rechnungen mehr, die Bruno Nagel ausstellt. Zurzeit prüft die Krankenkasse die Angelegenheit. «Sollte sich der Verdacht erhärten, dann ziehen wir eine
Strafuntersuchung in Betracht», sagt der Helsana-Sprecher.
Die Krankenkasse rät den Patienten, Rechnungen genau zu prüfen: Sie sollen kontrollieren, ob Therapeuten nur Arbeiten verrechnen, die sie auch tatsächlich geleistet haben.
12. September 2007 | Andreas Gossweiler