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Artikel | Gesundheits-Tipp 7+8/2007

Abspeckpille erhöht Risiko für Suizide

Amerikanische Fachleute fordern, dass die Abspeckpille Acomplia nicht verkauft werden soll - wegen der starken Nebenwirkungen.

Seit April ist Acomplia in der Schweiz erhältlich. Doch die Abspeckpille zügelt nicht nur den Hunger - sie kann auch Depressionen und Angstgefühle auslösen (Gesundheitstipp 9/06). Jetzt zeigt sich: Das Medikament erhöht auch das Suizidrisiko. Eine Auswertung von Studien ergab, dass Personen, die Acomplia nahmen, dreimal häufiger Selbstmordabsichten hatten als Studienteilnehmer, die nur ein Placebo erhielten. Zwei Übergewichtige, die bei Acomplia-Studien mitmachten, haben sich umgebracht.
In den USA ist das Zulassungsverfahren noch im Gang. Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA beurteilt Acomplia kritischer als die europäischen Behörden: Eine Beratergruppe der FDA verlangt, dass die Herstellerfirma Sanofi-Aventis Acomplia in den USA nicht verkaufen darf. Der definitive Entscheid wird Ende Juli erwartet. Die Fachzeitschrift «Arznei-Telegramm» fordert jetzt, dass Sanofi-Aventis das Medikament in Europa wieder vom Markt nimmt.
Die schweizerische Arzneimittelbehörde Swissmedic sagt: «Das Risiko für Depressionen und Angstzustände war bei der Zulassung bekannt. Es gab damals aber keine Hinweise für ein erhöhtes Selbstmordrisiko.» Jetzt will Swissmedic die Faktenlage nochmals prüfen und danach über «allfällige risikomindernde Massnahmen» entscheiden.
Die Herstellerin Sanofi-Aventis sieht keinen Grund, um Acomplia vom Markt zu nehmen: «Sanofi-Aventis vertraut nach wie vor auf die Sicherheit und Wirksamkeit von Acomplia», schreibt die Firma. Anfang Juni hätten die europäischen Behörden bestätigt, dass Acomplia weiterhin verkauft werden dürfe.
(ag)

04. Juli 2007


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