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Babyschoppen muss man richtig zubereiten. Sonst können sich gefährliche Bakterien schnell vermehren.
Anfang Juni mussten die Babymilchpulver-Hersteller Milupa und Bebevita in Deutschland Zehntausende Packungen Babymilchpulver zurückrufen. Der Grund: Es waren Spuren des Darmbakteriums Enterobacter sakazakii gefunden worden. Die betroffenen Chargen wurden zwar nicht in die Schweiz geliefert, waren aber auch im deutschen Grenzgebiet zu kaufen.
Das Problem betrifft alle Hersteller von Babymilchpulver. «Diese Bakterien sind wenig empfindlich gegenüber Hitze und können Biofilme bilden, die lange an Maschinenteilen und Behältern haften können», sagt Angela Scalese vom Bundesamt für Gesundheit. Erwachsenen macht das Bakterium wenig aus, für Neugeborene ist es aber gefährlich. Es kann schwerste Darminfektionen und Hirnhautentzündung auslösen.
Wichtig ist die richtige Zubereitung. Denn ein warm gehaltenes Fläschchen ist der ideale Nährboden für die Vermehrung des Bakteriums. Die Hersteller schreiben nur auf die Verpackung, dass die Nahrung frisch angerührt und sofort verfüttert werden sollte. Das ist im Alltag oft nicht möglich.
Ende Mai hat nun die Weltgesundheitsorganisation WHO eine Richtlinie zur richtigen Zubereitung herausgegeben. Danach sollte das Wasser auf mindestens 70 Grad erhitzt werden, bevor das Pulver eingerührt wird. Dann ist das Fläschchen schnell auf Füttertemperatur abzukühlen. Da bei 70 Grad alle Keime abgetötet werden, kann es bis zu 24 Stunden bei maximal 5 Grad im Kühlschrank aufbewahrt und bei Bedarf schnell aufgewärmt werden. Auf Reisen ist das angerichtete Fläschchen in einer Kühltasche zu kühlen. Laut WHO sollte man das Fläschchen auf keinen Fall länger als 15 Minuten warm halten.
Andreas Grote
Zurückgerufene Produkte: Anfangsmilch Bebevita 1, Mindesthaltbarkeitsdatum 18.05.08, und Milumil 1 Anfangsnahrung von Milupa, Mindesthaltbarkeitsdatum 23.02.08.
27. Juni 2007
