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Artikel | K-Tipp 12/2007

Zum guten Menschen gezwungen

Das Essen im Berner Restaurant Punkt war wunderbar: asiatische Spezialitäten zu einem moderaten Preis. Verrechnet wurden Sushi und Frühlingsrollen - zusätzlich Arche-Fonds für 1 Franken.
Arche-Fonds? Hatten wir das gegessen? Das beigelegte Kärtchen klärte auf: Pro Gast verrechne das Restaurant Punkt 50 Rappen. Diese kämen dem Arche-Fonds zugut. Dank des Fonds könnten krebskranke Kinder mit ihren Eltern und Geschwistern an Ferienlagern teilnehmen.
So falle «die Kollekte höher aus», begründen die «Punkt»-Verantwortlichen. Klar. Denn wer merkt schon, dass das Restaurant neben asiatischen Häppchen auch noch eine Spende verrechnet? Und falls doch: Wer will nach einem guten Essen zu den Kleinkrämern gehören, welche die Zwangsspende vom Servierpersonal zurückverlangen? Nur 10 bis 15 Personen pro Jahr täten das, heisst es.
Liebe «Punkt»-Leute:
So unterstützenswert der Arche-Fonds auch sein mag, so unsympathisch ist diese versteckte Inkassomethode. Nehmt euch McDonald’s zum Vorbild. Natürlich nicht in kulinarischer Hinsicht. Aber neben den McDonald’s-Kassen stehen kleine Kässeli. Wer für die Kinderstiftung spenden will, kann das tun - und zwar freiwillig.

20. Juni 2007 | Marco Diener, Redaktor


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