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In der April-Ausgabe schnitt die Atlaslogie in der Kurzbeurteilung schlecht ab. Sie ist in Fachkreisen umstritten. Der Gesundheitstipp nennt die Gründe.
Felix Meili aus Wettswil ZH litt von Jugend an unter Rückenschmerzen. Die Betten in der RS und in den diversen Wiederholungskursen verschlimmerten das Leiden. «Das Liegen löste Schmerzattacken aus», erinnert sich der 43-Jährige. Schliesslich kam er nur noch mit Schmerzmitteln über die Runden. Hilfe fand er schliesslich bei einem Atlaslogen.
«Der Therapeut stellte fest, dass meine Beine nicht gleich lang sind», berichtet Meili. Ein Test bestätigte, dass der oberste Halswirbel, der sogenannte Atlaswirbel, seitlich verschoben war. «Der Therapeut berührte ihn ganz leicht mit den Fingern.» Die Behandlung sei nach wenigen Minuten vorbei gewesen. Die Wirkung im Rücken habe einen Tag später eingesetzt - die Schmerzen veschwanden. Seither kann sich Meili freier bewegen.
Der Atlaswirbel ist anfällig auf Verschiebungen
Atlaslogen gehen davon aus, dass der oberste Halswirbel beweglicher ist als anderen und darum anfälliger auf Verschiebungen. Jürg Bohny, Präsident des Schweizerischen Verbands für Atlaslogie: «Der Atlas ist die Verbindung vom Kopf zum restlichen Körper.» Ein verschobener Atlas übe Druck aufs Rückenmark aus und könne Beschwerden auslösen.
Atlaslogen richten verschobene Wirbel gerade. Bohny sagt, die Therapeuten könnten Energie auf den Wirbel übertragen. So beginne dieser «leicht spürbar» zu schwingen und bewege sich zurück in die «optimale Lage». Bohny: «Ohne Druck.»
Therapeuten setzen die Methode bei Rücken- und Gelenkbeschwerden ein, bei Ischias, Kopfschmerzen und Schleudertrauma.
Doch auch wenn Atlaslogie Patienten wie Meili geholfen hat, ist sie in der Fachwelt umstritten. Markus Kauer, Allgemeinmediziner aus Niederbipp, arbeitet mit Atlaslogen zusammen - vor allem, wenn Patienten Probleme am Bewegungsapparat haben. Für den Arzt steht zwar fest: Was Patienten helfe, sei auch gut. Doch sei eben keine Methode ein Allheilmittel.
Für Gesundheitstipp-Arzt Thomas Walser ist klar: «Es ist ein alter menschlicher Wunschtraum, dass ein Schalter existiert, den man nur umlegen muss und man wird wieder gesund. Einen solchen Schalter wird man nie finden.»
Das sagen sich offenbar auch die Krankenkassen: Die meisten bezahlen die Atlaslogie nicht mal in den Zusatzversicherungen. Denn die Methode ist nicht im Erfahrungsmedizinischen Register aufgeführt. Dieses Register prüft die Qualität der Therapeuten.
Wo sie helfen kann
Bei diesen Leiden können die Patienten allenfalls profitieren:
- Rückenbeschwerden
- Ischias
- Gelenkbeschwerden
- Kopfschmerzen
- Schleudertrauma
- Beckenschieflage
Bei diesen Leiden sollte man auf die Methode verzichten:
- Multiple Sklerose
- Alzheimer
- Nach Unfällen bei Verdacht auf Schädel-, Wirbel- oder Rückenmarkverletzungen.
Weitere Informationen
www.atlaslogie.info
www.xund.ch
13. Juni 2007 | Regula Schneider, Mitarbeit: Tobias Frey
