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Artikel | Gesundheits-Tipp 6/2007

Die Mund-zu-Mund-Beatmung ist passé

Es kommt einer Revolution in der Ersten Hilfe gleich:
Das Ärzteblatt «The Lancet» fordert, die Mund-zu-Mund-Beatmung abzuschaffen. Der Grund: Eine reine Herzmassage bringt die besseren Resultate.

Millionen von Schweizerinnen und Schweizern haben es im Nothelferkurs gelernt: Leblose Verletzte muss man beatmen, bis die Sanität kommt. Das ist Schnee von gestern. Die besseren Chancen fürs Überleben bringt eine Herzmassage ohne Mund-zu-Mund-Beatmung.
Dies ist das Ergebnis einer grossen Studie, die kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift «The Lancet» veröffentlicht wurde. Japanische Forscher untersuchten über 4000 Fälle von Herzstillstand.
Diejenigen Patienten, die überhaupt keine Erste Hilfe erhielten, hatten erwartungsgemäss die kleinsten Überlebenschancen: Nur gerade jeder 50. kam lebend und ohne grosse bleibende Schäden davon.
Etwas besser sah es bei der herkömmlichen Wiederbelebung aus: Mund-zu-Mund-Beatmung in Verbindung mit Herzmassage. Hier überlebte jeder 25. Patient. Diese Methode wird auch in Schweizer Nothelferkursen gelehrt. Doch ein noch grösserer Teil der Patienten, nämlich jeder 15., überlebte dank einer Herzmassage ohne Beatmung.
Für die Forscher ist klar: Wenn ein Helfer den Patienten zwischenzeitlich beatmet, kann er nicht gleichzeitig dessen Herz massieren. «Die Herzmassage aber sorgt dafür, dass das Hirn mit Sauerstoff versorgt wird.» Deshalb sei eine reine Herzmassage die beste Methode der Wiederbelebung.
Eine wichtige Ausnahme gibt es: Nach Ertrinken oder bei einem Erstickungsanfall ist die Kombination aus Herzmassage und Beatmen nach wie vor sinnvoll. Dann sollte man nach 30-maligem Druck auf den Brustkorb dem Leblosen zwei Atemstösse einflössen.
(che)

13. Juni 2007


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