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Ein Infoblatt von WWF und saldo zeigt, von welchen Reiseandenken man besser die Finger lässt.
Schöne Federn von exotischen Vögeln, feingeschliffene Halsketten aus Korallen, Räucherstäbchen aus seltenen Hölzern oder kunstvolle Schnitzereien aus Elfenbein: Jedes Jahr bringen Touristen Hunderttausende Souvenirs mit nach Hause, die aus geschützten Tieren und Pflanzen gefertigt sind. Und richten damit indirekt massiven Schaden an: «Der Handel mit wildlebenden Tieren und Pflanzen ist für viele Arten eine grosse Bedrohung», hält Doris Calegari vom WWF fest.
In vielen Fällen macht man sich mit der Einfuhr solcher Souvenirs strafbar. Unterliegt das Reiseandenken nämlich dem Artenschutzabkommen Cites, kann es vorkommen, dass sich die stolzen Besitzer schon am Zoll wieder von ihrem Souvenir trennen müssen. Dabei drohen laut dem Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) hohe Bussen oder gar Strafanzeigen. «In den wenigsten Fällen ist bei den Touristen aber böse Absicht im Spiel», sagt Mathias Lörtscher, Leiter Artenschutz beim BVET.
Zu den am häufigsten beschlagnahmten Souvenirs gehören neben Elfenbeinprodukten ganze Objekte oder Halsketten aus Muscheln und Korallen (siehe Artikel nebenan), Taschen, Stiefel, Gürtel oder Portemonnaies aus Schlangen- und Echsenhaut sowie Pflanzen wie Orchideen und Kakteen.
Aber auch der Kauf von Produkten, die auf den ersten Blick unproblematisch erscheinen, trägt zum Raubbau an der Natur bei. Beispiel ätherische Duftöle: Sandelholz-, Rosenholz- und Agarholzöle werden aus verschiedenen Bäumen in Asien und Lateinamerika destilliert. Der illegale Handel mit diesen kostbaren Hölzern ermöglicht grosse Gewinne. Doch Sandelholzöl lässt sich nur aus Bäumen gewinnen, die mindestens 30 Jahre alt sind. Durch die Rodung riesiger Gebiete gingen die Bestände an verwertbaren Bäumen rapide zurück.
160 getötete Moschushirsche für 1 Kilogramm Sekret
Vorsicht ist auch bei Produkten der traditionellen chinesischen Medizin geboten, wird hier doch häufig Nashornpulver oder Tigerknochen verwendet. Dasselbe gilt für Parfüms und medizinische Präparate aus Moschus. Das Sekret stammt aus der Drüse des Moschushirsches. Für ein Kilogramm Moschus werden rund 160 Tiere getötet. Entsprechend haben die Bestände der Hirsche vielerorts dramatisch abgenommen.
Der beigeklebte Flyer «Augen auf bei Souvenirs» zeigt, worauf man beim Kauf von Reiseandenken achten sollte. Zudem gibt er Tipps für empfehlenswerte Souvenirs, die den lokalen Markt unterstützen.
fis
30. Mai 2007