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Artikel | saldo 9/2007

Preiswirrwarr jetzt auch im Buchhandel

Der saldo-Vergleich zeigt: Nach dem Fall der Buchpreisbindung gibts Bestseller billiger. Die Preisunterschiede sind gross.

Als erster Anbieter hat Weltbild reagiert. Kaum hatte der Bundesrat das Gesuch der Buchhändler und Verleger zur Beibehaltung der Buchpreisbindung abgelehnt, waren Belletristik- und Sachbuchbestseller in den Weltbild-Läden und im Internet bis zu 30 Prozent ermässigt zu haben. Ex Libris zog schnell nach und senkte ebenfalls bei einigen Top-Titeln die Preise um rund 30 Prozent. Weitere Anpassungen sollen laut Geschäftsführer Peter Bamert bald folgen.
Danach konnten Buchhaus.ch (Online-Shop der Buchhandlungen Lüthy, Balmer und Stocker) und Orell Füssli nicht weiter zurückstehen. Buchhaus zeichnet künftig 20 bis 30 aktuelle Titel des deutschsprachigen Buchmarktes mit Gold-, Silber- und Bronze-Medaillen aus und senkt deren Preise um 10 (Bronze) bis 30 Prozent (Gold). Die Angebote werden stets aktualisiert.

Buchhandlungen der Thalia-Gruppe: Noch keine Preissenkung
Orell Füssli orientiert sich bei den Ermässigungen an den Bestsellerlisten des Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verbands. Unter dem Titel «Best price by Orell Füssli» werden die zehn Top-Romane um 30 Prozent und die zehn bestlaufenden Sachbücher um 20 Prozent reduziert. Zudem gibt es zehn wöchentlich wechselnde, spezielle Bücher 10 Prozent günstiger.
Es gibt aber auch grosse Buchhandlungen, die zurzeit noch von Preisanpassungen absehen, so etwa Buch.ch oder die Buchhandlungen der Thalia-Gruppe: «Kurzfristige und überhastete Preisangebote sind von uns nicht zu erwarten», so Thalia-Geschäftsführer Hanspeter Büchler. «Dies wäre nicht im Sinne der Kunden, denn die Rabatte auf Bestseller müssten bei anderen Büchern wieder eingerechnet werden.» Das bestreiten selbst andere Anbieter nicht. Orell Füssli etwa will Preiserhöhungen vor allem über Rundungen realisieren.

Restliche Bücher: Bei Amazon.de am günstigsten
Wer günstig kaufen will, muss vergleichen. Die saldo-Stichprobe zeigt: Bei den Bestsellern gibts bereits grosse Preisunterschiede. Und auch beim gesamten Bücherkorb beträgt der Unterschied zwischen der teuersten und der billigsten Buchhandlung satte 108 Franken.
Ältere und weniger gefragte Bücher sind noch überall gleich teuer. Für diese Werke bleibt Amazon.de die beste Wahl. Dank tieferer Grundpreise und Mehrwertsteuerabzug ist Amazon trotz Buchpreisbindung in Deutschland konkurrenzfähig.
Orell Füssli hatte im Schnitt die günstigsten Angebote. Es besteht jedoch eine grosse Zufälligkeit, wer das beste Schnäppchen hat. So konnten in der Stichprobe ausser Thalia und Buch.ch alle Anbieter einmal mit dem günstigsten Preis aufwarten - die meisten jedoch mindestens viermal mit dem teuersten.
Für Leser, die Bücher online bestellen, sind aber auch die Porto- und Verpackungskosten wichtig. Amazon liefert gratis, Ex Libris ab 15 Franken Bestellwert ebenfalls. Buch.ch und die Thalia-Buchhandlungen verlangen bis 75 Franken einen Betrag von Fr. 3.50 pro Sendung, Orell Füssli 6 Franken. Bei Buchhaus kostet der Versand generell Fr. 6.50, bei Weltbild Fr. 7.95.

16. Mai 2007 | Mirjam Fonti


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