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Nanopartikel in der Zahnpasta sollen die Zähne besonders sanft bleichen. Doch Kritiker sagen, dass dafür die Beweise fehlen.
Weiss, edles Silber, Rot:
In diesen Farben präsentieren sich die Zahnpastatuben von Swissdent. «Nanowhitening» und «Xstain» sollen das Zähnebleichen revolutionieren - dank Nanotechnologie. Dadurch erreiche man «mit einer geringen Menge an Bleichstoffen ein optimales Ergebnis», wirbt Swissdent. Denn die Bleichstoff-Partikel würden in die kleinsten Zahnritzen dringen.
Eine Tube kostet stolze 29 Franken. Sie enthält, wie andere Zahnpastas, vor allem Schleifmittel: Kieselsäure (Silica) und Aluminiumhydroxid. Zusätzlich findet sich das Bleichmittel Kalziumperoxid. Der Hersteller hat es zu Nanopartikeln verkleinert: Die winzigen Teilchen haben einen Durchmesser von einigen Nanometern. Ein Nanometer ist ein Millionstel eines Millimeters.
Doch Swissdent verspricht in ihrer Werbung zu viel. Denn: «Es gibt keinen Beweis, dass die verkleinerte Form von Kalziumperoxid besser wirkt», sagt Michel Donat vom Bundesamt für Gesundheit. So kleine Bleichstoff-Partikel seien unnötig, ergänzt Harald Krug, Nanotech-Fachmann bei der Empa St.Gallen. In die Zahnritzen kämen sie selbst dann, wenn sie rund tausendmal grösser wären.
«Nano soll wie ein Zauberwort wirken»
Nano scheint ein gutes Werbeargument zu sein: «Es soll wie ein Zauberwort wirken», halten denn auch Fachleute in der Broschüre des Zentrums für Technologiefolgen-Abschätzung TA-Swiss fest.
Swissdent-Geschäftsführer Vaclav Velkoborsky bleibt dabei, dass Kalziumperoxid besser wirke, je kleiner die Partikel seien. Auch sei die Nanogrösse wichtig, da die Partikel so in die «intermolekularen Spalten» der Zahnoberfläche eindringen können. Eine Studie sei am Laufen. Zudem sei diese Zahnpasta durch den sehr geringen Abrieb schonender.
Über die Risiken von Nanopartikeln weiss man allerdings noch wenig. Die in Swissdent-Zahnpastas verwendeten Partikel sollten aber unproblematisch sein, sagt Empa-Fachmann Krug: «Peroxid löst sich auf, wenn es mit den Ablagerungen auf den Zähnen reagiert.»
Doch in dieser winzigen Form kann ein Stoff auch ganz anders wirken denn als grösserer Partikel. Klar ist aber nur: Das Einatmen von Nanopartikeln kann gefährlich sein. Sie können über die Lunge ins Blut und bis ins Hirn gelangen. Dringen sie über die Haut ein, ist dies laut einer Studie nicht so schlimm. «Es sind aber weitere Studien nötig, um die Sicherheit abschliessend beurteilen zu können», sagt Michel Donat vom BAG.
So strahlen Ihre Zähne
- Trinken Sie weniger Rotwein, Kaffee, Schwarztee. Rauchen Sie weniger.
- Reiben Sie nicht zu stark mit der Zahnbürste. Das schmirgelt den hellen Zahnschmelz ab.
- Gehen Sie ein- bis zweimal jährlich zur Dentalhygienikerin.
- Verwenden Sie keine Bleich-Produkte aus Apotheke oder Drogerie. Sie haben oft Nebenwirkungen.
18. April 2007 | Sonja Marti
