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Artikel | K-Geld 2/2007

Durchblick im Label-Dschungel

Labels haben sich bei den Lebensmitteln zur Klassifizierung bewährt. Ähnliche Kaufhilfen gibt es auch für den Baubereich.

Wer gesund essen will und Wert legt auf umwelt- und tierfreundlich hergestellte Produkte, kauft biologische Lebensmittel. Labels wie die Knospe, Bio von Migros und Naturaplan von Coop erleichtern die Wahl im Laden.

Ähnliche Labels bieten seit einigen Jahren auch beim Bau und bei der Renovation von Eigenheimen einen Anhaltspunkt. Zum einen werden damit Baumaterialien aus nachhaltig gewonnenen Rohstoffen ausgezeichnet, zum anderen Geräte und Häuser, die wenig Energie brauchen und so die Umwelt schonen.

Trotzdem ist es für die Konsumenten nicht immer einfach, die einzelnen Labels zu unterscheiden. Die folgende Zusammenstellung hilft, den Überblick zu wahren.

Minergie
Auszeichnung für Häuser, die etwa 50 Prozent weniger Energie für Wärme und Heisswasser verbrauchen als herkömmliche Bauten. Das Label existiert seit 1998 und wird von den Energiefachstellen der Kantone sowohl für Neu- wie auch für sanierte Altbauten vergeben.
Infos: www.minergie.ch

Minergie-P
Der aus Deutschland stammende Passivhaus-Standard lässt sich aufgrund der unterschiedlichen Berechnungsweisen nicht einfach auf Schweizer Verhältnisse übertragen. Deshalb hat der Trägerverein Minergie das Label Minergie-P geschaffen.

Die Auszeichnung wird für Neu- und sanierte Altbauten vergeben, deren Energieverbrauch rund dreimal tiefer ist als bei Häusern mit Minergie-Standard.
Infos: www.minergie.ch

Natureplus
Die Herstellung von Baumaterialien benötigt viel Energie. Einige Materialien sondern auch Stoffe ab, die gesundheitsschädigend sein können.

Das europäische Qualitätssiegel Natureplus zeichnet seit vier Jahren auch in der Schweiz Baumaterialien aus, für deren Herstellung wenig Energie gebraucht wurde und die keine gesundheitsbelastenden Stoffe enthalten. Derzeit tragen rund 70 Produkte das Label.
Infos: www.natureplus.org

Coop Oecoplan
Der Grossverteiler Coop hat schon vor der Schaffung von Natureplus ein eigenes Ökolabel eingeführt. Mit Oecoplan werden Baumaterialien wie zum Beispiel Farben vermarktet. Sie müssen aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen, umweltverträglich sein und mit möglichst wenig Energie-aufwand hergestellt werden.
Infos: www.coop.ch

FSC
Seit 1993 gibts für Holz aus einheimischen und tropischen Wäldern das Label FSC (Forest Stewardship Council). Voraussetzung: Die Wälder sind nachhaltig bewirtschaftet - es wird also nur so viel Holz geschlagen, wie auch nachwächst.

FSC-Produkte sind in Heimwerkermärkten, im Baumaterialhandel sowie in vielen Schreinereien und Zimmereien erhältlich.
Infos: www.fsc-schweiz.ch, www.wwfwoodgroup.ch

Energieetikette
Seit Januar 2003 müssen alle grösseren Elektrogeräte für den Haushalt mit einer Energieetikette versehen sein. Sie gibt an, zu welcher Verbrauchsklasse Geschirrspüler, Kühlschrank, Ofen und Tiefkühler gehören.

Geräte mit der Etikette A, A+ und A++ - auch als A, AA, AAA klassifiziert - sind sparsam. Wer ein solches Gerät kauft, wird von einigen Elektrizitätswerken mit einer Prämie belohnt.

Die EU kennt seit 2006 einen Energieausweis für Gebäude. Er gibt Auskunft über die Energieverbrauchsklasse des ganzen Gebäudes. 2010 soll ein solcher Ausweis in der Schweiz eingeführt werden.
Infos: www.topten.ch, www.energieetikette.ch

Blauer Engel
Der Blaue Engel ist das offizielle deutsche Umweltsignet und in der Schweiz auf importierten Produkten aus dem Baubereich (Farben, Lacke usw.) zu finden.

Ausgezeichnet werden Produkte, die im Vergleich zu anderen derselben Kategorie die Umwelt weniger belasten. Entsprechend ist die Aussagekraft des Labels beschränkt.
Infos: www.blauer-engel.de


Weitere Infos zu allen Labels: www.labelinfo.ch

04. April 2007 | Reto Westermann


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