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Christa Gubler musste die Abspeck-Pille Acomplia absetzen - wegen Leber-problemen. Damit endet ihre Teilnahme an der Aktion «Fett weg».
Seit Neujahr schluckte Christa Gubler täglich die neue Abspeck-Pille Acomplia. Dank Medikament und strenger Diät nahm die 49-jährige Teilnehmerin der Aktion «Fett weg» bis Ende Januar 2,5 Kilo ab. Ein schöner Erfolg. Doch Mitte Februar schlug ihr Arzt Alarm: Blutproben zeigten, dass Christa Gublers Leberwerte gefährlich gestiegen waren. «Der Bilirubin-Wert hat sich fast verdoppelt», sagt der Ernährungsmediziner Karl-Heinz Bauer. Bilirubin ist ein Abbauprodukt des Blutes. Ein erhöhter Bilirubin-Wert deutet auf Leberprobleme hin. Bisher hatte Christa Gubler nie Probleme mit ihrer Leber.
Acomplia abgesetzt - Leberwerte wieder normal
Karl-Heinz Bauer wollte wissen, ob der erhöhte Bilirubin-Wert eine Folge der Einnahme von Acomplia ist. Nach Rücksprache mit der Herstellerfirma Sanofi-Aventis empfahl der Arzt Christa Gubler, eine Woche lang auf Acomplia zu verzichten. Prompt sank der Bilirubin-Wert. Anschliessend nahm Christa Gubler Acomplia während einer Woche wieder ein. Das Bilirubin stieg erneut steil an. Da war für Bauer der Fall klar: «Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen der Einnahme von Acomplia und dem erhöhten Bilirubin-Wert bei Christa Gubler.»
Der Arzt empfahl seiner Patientin, Acomplia sofort abzusetzen. «Würde sie das Medikament weiter nehmen, könnte die Leber versagen», befürchtet Karl-Heinz Bauer. «Eine möglicherweise lebensgefährliche Stoffwechselstörung wäre die Folge.» Warum Acomplia bei Gubler den Bilirubin-Wert in die Höhe trieb, kann Bauer nicht sagen: «Es sind keine Hinweise auf Leberschäden bekannt.»
Nebenwirkungen: Niemand weiss Bescheid
Auch Kurt Laederach, Spezialist für Übergewicht des Inselspitals, kann sich nicht erklären, warum Christa Gublers Leberwerte stiegen. «Ich bin erstaunt», sagt er. «Studien haben bisher keine Hinweise darauf gegeben, dass Acomplia Leberschäden verursachen könnte.»
Es gibt eine mögliche Erklärung: Christa Gubler hat die sogenannte Faktor-V-Leiden-Mutation. Bei dieser Veränderung des Erbguts ist die Blutgerinnung verändert. Karl-Heinz Bauer schliesst nicht aus, dass Christa Gubler wegen der Faktor-V-Leiden-Mutation empfindlich auf Acomplia reagiert haben könnte. Doch Behrouz Mansouri, Hämatologe am Berner Inselspital, sagt: «Es ist äusserst unwahrscheinlich, dass Christa Gubler wegen ihrer Faktor-V-Leiden-Mutation Probleme mit Acomplia bekam.»
Obwohl für Arzt Bauer klar ist, dass Christa Gublers erhöhte Leberwerte eine Folge der Acomplia-Einnahme sind, sagt die Herstellerfirma Sano?-Aventis: «Es kann kein Kausalzusammenhang zwischen einer Bilirubin-Erhöhung und Acomplia nachgewiesen werden.»
Christa Gubler ist enttäuscht, dass sie Acomplia nicht mehr einnehmen kann: «Das Abnehmen war einfacher mit dem Medikament. Jetzt geht alles langsamer. Das ist frustrierend.» Dennoch gibt Christa Gubler nicht auf: Sie befolgt weiterhin die Diät, die ihr Arzt ihr verschrieben hat: «Bis Ende Februar wurde ich 5 Kilo leichter. Deshalb mache ich weiter.»
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Aktion «Fett weg»
Sieben weitere Leserinnen und Leser testen seit Anfang Jahr unterschiedliche Diät- und Abspeck-Methoden.
Nach zwei Monaten sind die meisten auf gutem Weg.
Alexia Buck (38), Weight Watchers
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Susanne Maag (33), Tipps vom Hausarzt
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21. März 2007 | Andreas Gossweiler
