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Die Auswahl an Gartenmöbeln ist heute fast so gross wie im Wohnbereich. Vieles ist Geschmacksache - doch im Freien gelten spezielle Kriterien.
Wer zum ersten Mal über eine grosse Terrasse oder ein Haus samt Garten verfügt, oder wer Ersatz sucht für ausrangierte Gartenmöbel, dem stellt sich spätestens im Frühjahr die Frage: Wie soll ich den Aussenraum möblieren?
Die Auswahl an Materialien in den verschiedensten Kombinationen und Preislagen ist riesig. Sie reicht von der billigen Kunststoff-Garnitur über solide Möbel aus Holz und Eisen,
Designerstücke aus Stahl und Glas bis zum unverrückbaren und unzerstörbaren Granitmöbel im Tessiner Stil.
Naturgemäss sind Gartenmöbel durch Sonne, Wind, Regen viel stärkeren Belastungen ausgesetzt als Möbel für den Wohnbereich. Idealerweise sollten sie nicht rosten oder faulen, leicht und trotzdem stabil sein, bei starker Sonneneinstrahlung nicht heiss werden, lange schön aussehen und erst nicht allzu teuer sein. Leider ist es praktisch unmöglich, ein Möbelstück zu finden, das all diese Anforderungen erfüllt. Jedes Material hat seine Vor- und Nachteile.
- Nachhaltiges Holz
Der natürliche, nachwachsende Rohstoff Holz hat als Material für Gartenmöbel Tradition. Ob unbehandelt, geölt oder lackiert - damit Gartenmöbel aus Holz lange halten und schön bleiben, ist eine regelmässige, sorgfältige Pflege erforderlich (siehe Haus & Garten 2/2006).
Mit gewissen Veränderungen muss man beim lebendigen Material Holz auf jeden Fall rechnen. Trockene Standorte, wo das Wasser schnell abfliesst und nicht von unten eindringen kann, sind für Holzmöbel besser geeignet als Rasen und Kies.
Neben einheimischen Holzarten wie Buche, Lärche, Kiefer und Eiche haben sich in den letzten Jahren die Robinie und die sogenannt «falsche» Akazie auf dem Markt etabliert. Letztere ist besonders fäulnisresistent und stammt vorwiegend aus Osteuropa.
Wie bei anderen Holzarten sollte man auch hier auf das FSC-Siegel achten, das eine nachhaltige und sozialverträgliche Waldnutzung garantiert. Das gilt auch für das besonders stabile und wetterresistente Teak-Holz, das dank diesem Siegel auch bei umweltbewussten Konsumenten wieder salonfähig geworden ist.
- Solides Metall
Ob Aluminium, Eisen oder Stahl - für Gartenmöbel werden diverse Metalle verwendet. Entweder sind die Möbel ganz aus diesen Materialien gefertigt oder nur die Beine und der Rahmen. Durch verschiedene Verfahren (Lackierung, Beschichtung, Verzinkung) sollten sie auf jeden Fall rostfrei sein - dies gilt auch für die Schrauben! Enden, Löcher und Ösen sollten sauber verarbeitet sein. Abschlusskappen aus Kunststoff schützen vor Rost
Bei sachgerechter Pflege - etwa wenn kleinere Schäden sofort behoben werden - sind Gartenmöbel aus Metall sehr langlebig und witterungsbeständig. Ihr Nachteil: Mit Ausnahme von Aluminium sind sie schwer, zudem werden sie bei direkter Sonnenbestrahlung heiss. Vor allem in exponierten Lagen sollte man Metallstühle mit Kissen ausstatten, damit die Stühle respektive ihre Benutzer geschützt sind.
- Umstrittener Kunststoff
Kunststoffmöbel für den Gebrauch im Freien haben in den letzten Jahren einen Boom erlebt. Kein Wunder: Sie sind pflegeleicht und vor allem billig. Aus ästhetischen Gründen haben jedoch mehrere Schweizer Städte das Aufstellen von Kunststoffmöbeln auf öffentlichen Plätzen verboten.
Früher wurden die Möbel teilweise aus dem umweltschädlichen PVC hergestellt. Deshalb geniessen Kunststoffmöbel auch ökologisch nicht den besten Ruf. Zudem gelten sie als nicht besonders haltbar.
Als Kunststoff kommt heute vorwiegend Polypropylen (PP) zum Einsatz, das sich unschädlich vernichten lässt. Doch diese Bezeichnung allein sagt noch nicht viel aus. Bei günstigen Produkten wird das teure Kunststoffgranulat durch billige Kalkkreide gestreckt, was die Möbel weniger stabil macht.
Stefan Metzger von Jumbo rät deshalb zum «Schaukel-Test». Wenn die Stuhlbeine schon beim ersten Zurücklehnen nachgeben, spricht das nicht für ihre Qualität.
Erich Kramer, Dozent am Institut für Kunststofftechnik der Fachhochschule Nordwestschweiz, ist aufgrund eigener Erfahrungen mit Kunststoffmöbeln skeptisch: «Spätestens nach 15 Jahren haben Gartenmöbel aus Kunststoff die Tendenz zu vergilben, brüchig oder sonstwie unansehnlich zu werden.» Der Kunststoffspezialist gibt deshalb bei Gartenmöbeln dem Material Holz den Vorzug - allein schon deshalb, weil sich Holz angenehmer anfühlt.
Tische und Stühle geschützt überwintern
- Klappmodelle: Garten- und Terrassenmöbel leben länger, wenn man sie in der nasskalten Jahreszeit nicht draussen stehen lässt. Weil Stauraum in der Garage oder im Keller meist nicht im Überfluss vorhanden ist, sollten Stühle und Liegen stapel- oder zusammenklappbar sein. Vor dem Kauf den Stuhl diesbezüglich testen.
Armlehnen erhöhen zwar den Komfort, aber auch das Gewicht und machen den Stuhl sperrig. Dasselbe gilt für Liegen oder Bänke. Überlegen Sie sich deshalb, ob Sie mit zwei oder drei Stühlen nicht besser bedient sind als mit einer Bank.
Bei Tischen bilden Klappmodelle eher die Ausnahme. Hingegen lassen sich Tischbeine oder das Gestell meist demontieren. Auch hier gilt: Vor dem Kauf prüfen, wie einfach die Montage und Demontage vonstatten geht. Auch auf das Gewicht achten.
Wer seine Gartenmöbel im Winter nicht im Haus versorgen kann oder will, sollte sie auf jeden Fall mit einer Kunststoffhülle vor Schnee und Regen schützen.
- Abschlusskappen: Gummi- oder Kunststoffkappen an Tisch- und Stuhlbeinen haben verschiedene Vorteile: Sie verhindern
das Eindringen von Wasser von unten und mindern das Risiko von Rost und Fäulnis. Ausserdem dämpfen sie unangenehme Geräusche beim Verschieben der Möbelstücke und verhindern Kratzer auf einem festen Boden (z. B. Keramikplatten). Wichtig ist allerdings, dass die Kunststoffkappen selber keinen Abrieb oder Striemen hinterlassen.
- Verstellbare Beine: Bei unebenem Untergrund ist es praktisch, wenn sich ein Tischbein in der Höhe verstellen lässt. Ein Wackeltisch macht bekanntlich keine Freude, Bierdeckel oder andere Behelfsutensilien sind keine dauerhafte Lösung.
Brüchiges Kunststoffgeflecht
Der Monoblock-Stuhl und Gartenmöbel aus Vollkunststoff haben - wenigstens in der Schweiz - ihren Zenit überschritten. Im Trend sind heute sogenannte Kunststoffgeflechte, bei denen der Kunststoff um einen festen Rahmen geflochten wird.
Allerdings ist gerade bei solchen Möbeln Vorsicht geboten, denn in der Vergangenheit gab es massive Qualitätsprobleme: Das Geflecht zeigte schnell Ermüdungserscheinungen, Stühle und Liegen waren rasch durchgesessen, oder das Material wurde brüchig.
14. März 2007 | STEPHAN DIETRICH
