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Ein zweites Bad soll her - doch wohin damit? Mit ein paar Tricks bringen Sie ein vollwertiges Bad auch auf kleinstem Raum unter.
Die Nasszelle von einst hat ausgedient. Ein Badezimmer hat heute eine Wohlfühl-Oase zu sein - mit dem entsprechenden Platzbedarf. Doch was in Hochglanz-Prospekten toll aussieht, lässt sich nur in wenigen Wohnungen realisieren. Denn viele haben kaum Platz. Insbesondere für den Einbau eines zweiten Bades können oder wollen die meisten nicht ein ganzes Zimmer opfern.
Doch ein Badezimmer passt auch in eine Ecke. Denn wer beim Planen seine Fantasie einsetzt und ein paar Kniffe anwendet, kann viel Platz sparen.
- Duschwanne, Lavabo & Co.: Je nach Grundriss können speziell geformte Sanitärprodukte die Lösung sein. So bringen Sie ein Lavabo, eine Duschwanne sowie ein WC in einem quadratischen Mini-Raum besser unter, wenn Sie diese in den Ecken platzieren. Duschwannen und Waschtische in Viertelkreis-Form passen da bestens hinein. Wer andere Formen bevorzugt, hat gute Chancen, im riesigen Angebot der Hersteller das Gewünschte zu finden.
Platzsparmodelle gibts auch bei den Badewannen, «zum Beispiel abgerundete, im Fussteil verschlankte Wannen», so Bernhard Witschard vom Sanitärgrosshandel Getaz-Romang, «oder sogenannte Kombi-Wannen mit Duschabteil».
Achtung: Für den WC-Standort mindestens 70 Zentimeter in der Breite einplanen, sonst wird es beengend.
- Barrierefrei duschen: Statt eine Duschwanne einzubauen, können Sie den Duschbereich auch fliesen: Boden abdichten - er muss ein leichtes Gefälle zum Ablauf hin aufweisen - und Bodenplatten legen. So wirkt der kleine Raum optisch grösser - vorausgesetzt, die Duschabtrennung ist transparent oder lässt sich sehr weit zurückschieben.
Achtung: Duschabtrennung und Boden müssen dicht sein, sonst droht Wasserschaden.
- Dachschrägen: Ein Badezimmer muss nicht überall die volle Raumhöhe aufweisen. Dachschrägen lassen sich gut als Platz fürs WC oder den Fussteil der Badewanne nützen. Und natürlich für Stauraum. Dachschrägen können zudem für die - normalerweise nach innen aufgehende - Badezimmertür ein Hindernis sein. Eine Schiebetüre schafft Abhilfe.
Achtung: Die Raumhöhe sollte auch in der Dachschräge mindestens 140 cm betragen.
- Bad an einem «unmöglichen» Ort: Damit das Wasser abfliessen kann, muss zwischen Ablauf von WC, Dusche, Lavabo usw. bis zur Abwasserleitung ein gewisses Gefälle bestehen. Ein Bad lässt sich aber auch einbauen, wenn dem nicht so ist, etwa in einem Keller. Es gibt spezielle Förderpumpen - auch Hebeanlagen genannt -, die das Abwasser mehrere Meter hoch oder zig Meter weit in die Kanalisation befördern.
Achtung: Die Pumpgeräusche können stören. Auf möglichst geräuscharme Modelle setzen.
- Gestaltung: Die Regel lautet: Je heller die Farben, desto grösser wirkt ein Raum. «Kalte Farben wie Grau und Weiss wirken grosszügiger als warme Farbtöne», sagt Bäderspezialist Daniel Itten von Sanidusch AG. Ausserdem empfiehlt der Fachmann, kleine Fliesen zu verwenden. «In einem kleinen Raum wirken grosse Platten weniger gut, weil das Fugenbild die Enge hervorhebt.» Auch mit Spiegeln können Sie Weite vortäuschen.
Achtung: Bei Spiegeln auf Spezialbeschichtung für Nassräume achten. Unbeschichtete Spiegel werden schnell blind.
- Bad mit Bett: Mutige können sich eine Design-Badewanne oder eine gestylte Duschkabine auch mitten ins - geräumige - Schlafzimmer stellen. Das liegt laut Bernhard Witschard sogar im Trend: «Technisch ist das heute kein Problem mehr.»
Achtung: Beim Baden und Duschen entsteht Wasserdampf. Das Problem muss lüftungstechnisch gelöst sein, sonst droht Feuchte und Schimmel.
14. März 2007 | BENNIE KOPRIO
