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Artikel | saldo 4/2007

Trügerische Hoffnung für Raucher

Zwei Schweizer Firmen versprechen Rauchern, mit einem Spray ihre Sucht loszuwerden. Doch das teure Mittel ist wirkungslos. Und die Werbung illegal.

Weltneuheit - Nichtrauchen in 24 Stunden. Schweizer Raucher jubeln! Endlich Nichtraucher! Ohne Medikamente.» Diesen Unsinn verspricht ein ganzseitiges Inserat der Schweizer Aktion Anti-Raucher in deutschen und österreichischen Zeitungen. Alles, was es dazu brauche, sei der Anti-Raucher-Spray Niko-Stop.

saldo liess den Spray von mehreren Rauchern testen. Das ernüchternde Fazit von allen: «Das bringt überhaupt nichts!» Ein Tester sagt: «Das Mittel schmeckt, wie wenn man gleichzeitig raucht und Kaugummi kaut. Es lenkt für einen kurzen Moment ab. Aber wenn der Körper nach Nikotin schreit, hilft nur die Zigarette.»


Vertreiberin Trendmail: Illegales Heilversprechen

Hinter der ominösen Aktion Anti-Raucher steckt die Firma Trendmail AG aus Bürglen SG. Sie hat sich auf den Versand von Waren, die die Welt nicht braucht, spezialisiert. Doch im Gegensatz zu Abnehm-Sohlen oder Magic-BHs macht Trendmail beim Anti-Raucher-Spray ein Heilversprechen. Und das ist nicht legal: «Produkte mit konkreten medizinischen Heilanpreisungen brauchen eine Arzneimittelzulassung von der Heilmittelbehörde Swissmedic», sagt deren Sprecherin Monique Helfer. Niko-Stop hat sie nicht. Schon gar nicht dürfen solche Waren einfach exportiert werden: «Für den Export von Arzneimitteln braucht eine Firma ebenfalls eine Bewilligung», so Monique Helfer.

Niko-Stop ist auch in der Schweiz erhältlich. Trendmail-Geschäftsführer Andreas Schöbi bietet es mit nicht minder dreisten Wunderbeteuerungen auf seiner Internetseite an. Rückfragen von saldo beantwortete Schöbi nicht - weder zum Produkt noch zu den Verstössen gegen das Schweizer Recht.


Die gleichen Inhaltsstoffe wie ein Mundspray

Das angebliche Wundermittel besteht aus banalen Stoffen wie Alkohol, Minze und den Duftstoffen Limonene und Linalool. Zusammengemixt wird es von der Firma Swiss Beauty AG in Abtwil SG. Geschäftsführer Guido Baumgärtner verteidigt sich: «Bei Niko-Stop handelt es sich bezüglich Inhaltsstoffen und Produkteaufmachung eindeutig um ein Kosmetikum, welches gleich wie ein Mundwasser oder -spray klassifiziert ist.»

Die Verantwortung für die reisserische Werbung schiebt Baumgärtner auf seinen Grosskunden Schöbi ab: «Wir versprechen keine Heilung, sondern sagen lediglich, dass unser Produkt das Verlangen nach Nikotin dämpft. Mit welchen Slogans der Händler das Spray dann umwirbt, ist nicht unsere Sache.»

Die letzte Beteuerung im Inserat lautet: «Es wird sich vieles ändern! Nicht nur, dass Sie dauerhaft gesünder leben, ganz nebenbei sparen Sie auch noch tausende Euro.» Die 49 Franken für den Spray kann man in jedem Fall sparen.

07. März 2007 | Markus Guhn


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Coop-Kunden sollen nicht mehr erfahren, aus welchem Land Importprodukte kommen. «Hergestellt in der EU» genüge. Was halten Sie davon?
Das Herkunftsland muss weiterhin deklariert werden.
Nur das Herkunftsland reicht nicht. Es sollte noch viel detaillierter deklariert werden.
Kein Problem. Ich achte sowieso nicht drauf.
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