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Artikel | Gesundheits-Tipp 2/2007

Insgesamt bereits 19,5 Kilo abgespeckt!

Seit Neujahr testen acht Leserinnen und Leser Diäten und Fettweg-Pillen. Die meisten Teilnehmer sind bereits leichter.

Sabine Mancosu aus La Croix VD freut sich: «Ich habe seit Anfang Januar drei Kilo verloren!» Die temperamentvolle Waadtländerin testet das Internet-Diätprogramm eBalance. «Eigentlich weiss ich schon lange, dass ich weniger essen und mehr Sport treiben sollte. Das Internet-Programm hilft mir jetzt, den inneren Schweinehund zu überwinden.»

Auch Susanne Maag aus Volketswil ZH hat einen schwungvollen Start hingelegt: Sie hat 3,5 Kilo abgenommen. «Der Arzt Thomas Walser hat mir unter anderem empfohlen, dreimal pro Woche das Nachtessen wegzulassen», berichtet Maag. «Erst fand ich das hart. Jetzt habe ich mich daran gewöhnt.»


Zu Beginn verliert man nebst Fett auch Wasser

Wenn die Pfunde weiterhin so erfreulich purzeln, werden die beiden Frauen ihr Ziel spielend erreichen: Beide wollen bis Ende Jahr 9 Kilo leichter sein. Auch die meisten anderen Teilnehmer der «Aktion Fett weg» haben in vier Wochen 2,5 bis 4 Kilo Gewicht verloren.
Allerdings geht zu Beginn einer Diät nicht der ganze Gewichtsverlust auf das Konto des Fettabbaus. Kurt Laederach, Spezialist für Übergewicht des Berner Inselspitals: «Am Anfang scheidet der Körper mehr Wasser aus, weil sich die Zusammensetzung der Mahlzeiten ändert.»

In Zukunft wird es für die Teilnehmer schwieriger abzuspecken. Denn jetzt gilt es, die Diät durchzuhalten. «Nach den ersten Tagen wird für Abspeckwillige immer belastender, vom gewohnten Essverhalten abzuweichen», sagt Laederach. «Denn bei den meisten Diäten brauchts relativ stark eingreifende Änderungen im Verhalten.»


Im Laufe der Diät verbraucht der Körper weniger Kalorien

Zudem reagiert der Körper auf die reduzierte Kalorienzufuhr, indem er den Grundumsatz vermindert. Das heisst: Er verbraucht automatisch weniger Energie für Atmung, Herzschlag usw. «Der Körper arbeitet quasi auf Sparflamme», sagt Laederach. «Um gleich viel abzunehmen, müsste man deshalb im Lauf einer Diät die Kalorienzufuhr immer stärker reduzieren - oder noch mehr Sport treiben.»

Die drei Leserinnen und Leser, die Abspeck-Medikamente testen, sind zufrieden damit. Laederach betont: «Nur das veränderte Essverhalten führt zu nachhaltigem Gewichtsverlust, nicht die Medikamente.»

Die Teilnehmer haben denn auch alle ihren Speisezettel umgestellt und treiben Sport. «Jetzt nimmt auch mein Hund ab», lacht Sabine Mancosu. «Ich gehe jeden Tag zweimal mit ihm raus. Das ist neu für ihn!»




Diskutieren Sie mit!

Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit anderen Abspeckwilligen im Forum der «Aktion Fett weg» unter www.gesundheitstipp.ch.



Alexia Buck (38), Weight Watchers
«3 Kilo weg - und ich muss auf nichts verzichten!»
Ich muss auf nichts verzichten. Ab und zu ist auch ein Glas Wein erlaubt. Die Kalorien aller Lebensmittel werden in Punkte umgerechnet. Man darf eine bestimmte Anzahl Punkte pro Tag nicht überschreiten. Die Weight-Watchers-Produkte kaufe ich selten. Ich finde sie zu teuer. Die wöchentlichen Treffen bei Weight-Watchers sind mir sehr wichtig. Wir werden auch zu Sport animiert und tauschen Erfahrungen aus.

Christa Gubler (49), Medikament Acomplia
«2,5 Kilo weg - mir war einige Male übel»
Seit ich Acomplia nehme, habe ich weniger Hunger. Ich spüre aber Hitzewallungen, und der Blutdruck ist gestiegen. Zu Beginn der Behandlung war es mir einige Male kurz übel. Mein Arzt hat mir einen Diätplan gegeben. Was ich essen darf, ist dort genau aufgelistet. Eine Mahlzeit pro Tag ersetze ich durch einen kalorienarmen Shake, den mein Arzt entwickelt hat. Zudem gehe ich ins Crosstraining.

Susanne Maag (33), Tipps vom Hausarzt
«3,5 Kilo weg - dank Dinner Cancelling und Tee»
Hausarzt Thomas Walser hat mir dreimal pro Woche Dinner Cancelling empfohlen. Dabei lässt man das Nachtessen weg. Ich stehe auch etwas früher auf, damit ich genug Zeit zum Frühstücken habe. Ich verzichte dafür auf Zwischenmahlzeiten. Eine Viertelstunde vor jeder Mahlzeit trinke ich eine Tasse Grüntee. Er hemmt die Fettaufnahme im Darm. Zweimal pro Woche gehe ich abends schwimmen.

Sabine Mancosu (49), eBalance-Programm
«3 Kilo weg - und 1500 Rezepte zur Auswahl»
Das Internet-Diätprogramm eBalance hat ausgerechnet, dass ich pro Tag 1800 Kalorien essen darf. Das finde ich grosszügig. Die eBalance-Datenbank enthält 1500 Rezepte mit Einkaufslisten. Ich koche die Rezepte für die ganze Familie, alle sind begeistert. Einmal pro Woche gebe ich mein Gewicht in den Computer ein, und ich erhalte per Mail «Coachletters» mit Tipps zu Ernährung und Sport.

Alice Rüegsegger (56), Medikament Xenical
«1/2 Kilo weg - ich esse weniger Fett»
Xenical hemmt die Fettaufnahme im Darm. Die Nebenwirkungen sind erträglich. Ich spüre einen stärkeren Stuhldrang. Das ist für mich kein Problem, weil ich meistens daheim bin und schnell die Toilette aufsuchen kann. Ich achte darauf, weniger Fett zu essen. Wenn ich zwischendurch Hunger habe, esse ich einen Apfel. Wegen einer Erkältung habe ich bisher nicht viel Sport getrieben.

Hanspeter Salzmann (56), Brigitte-Ideal-Diät
«Null Kilo weg - ich war nicht konsequent»
Die Brigitte-Diät gefällt mir besser als frühere Diäten, denn sie ist weniger aufwändig. Das Buch enthält praktische Wochenpläne mit Einkaufslisten und Fitnessübungen. Man darf eigentlich alles essen, aber nur wenig fetthaltige Lebensmittel. Aus Zeitgründen konnte ich die Diät nicht konsequent befolgen. Auch mit den Übungen habe ich noch nicht begonnen. Oft lasse ich das Auto stehen und gehe ein Stück zu Fuss.

Susy Schäppi (48), Glyx-Diät
«3 Kilo weg - ich muss keine Kalorien zählen»
Mir gefällt die Theorie, ich muss keine Kalorien zählen. Auf dem Menüplan sind vorwiegend Lebensmittel, die den Blutzucker langsam ansteigen lassen: Gemüse und Früchte. Das Buch kann ich aber nicht empfehlen: Es ist für meinen Geschmack zu kompliziert geschrieben. Und die Rezepte sind unattraktiv. Damit ich mich mehr bewege, mache ich mit meinem Partner Line Dance - tanzen zu Country-Musik.

Hansjürg Waser (37), Medikament Reductil
«4 Kilo weg - ich bin schneller satt»
Reductil dämpft den Hunger im Hirn. Darum bin ich jetzt schneller satt als früher. Nebenwirkungen spüre ich keine. Ich frühstücke jetzt täglich, dafür esse ich am Mittag weniger. Meine Ärztin hat mir auch empfohlen, viel zu trinken. Während zwei Wochen schreibe ich alles auf, was ich esse. Das analysiere ich nachher mit meiner Ärztin. Einmal pro Woche gehe ich mit einem Freund ins Hallenbad schwimmen.

21. Februar 2007 | Andreas Gossweiler


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