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Artikel | K-Tipp 3/2007

Illegale Präparate verkauft

An Werbefahrten nach Engelberg verkaufen gerissene Verkäufer ein Lebensmittel für 1798 Franken. Sie selber zahlen dafür bloss 94 Franken.

Unfug mit Engelberg», titelte der K-Tipp in Ausgabe 1/07. Unzählige Haushalte hatten eine täuschende Einladung erhalten. Sie sah so aus, als käme sie von der Schaukäserei und vom dortigen Kurverein. Die Engelberger fühlen sich hintergangen - denn dahinter steckt Dejan Bekic mit seiner Firma KHO.

Jetzt zeigt sich: Bekic treibt auch mit den Gästen seiner Werbefahrten groben Unfug. Er lässt sie an Verkaufsveranstaltungen karren - dort drehen ihnen deutsche Verkäufer eine Vitalstoffkur an, die in der Schweiz nicht zugelassen ist. Damit verstösst Bekic gegen das Heilmittelgesetz, denn auf den Verkaufsverträgen steht seine KHO als Vertragspartnerin. Die Behörden sind alarmiert. Bekic hat zum Vorwurf keine Stellung genommen.

Bei der Trinkkur (90 Fläschchen für 90 Tage) handelt es sich um «Ondro & Andro M50+». Sie ist in Deutschland als Lebensmittel zugelassen, darf aber auch dort nicht als Arznei angepriesen werden. Doch die Verkäufer loben es als Wundermittel, das gegen fast alle Krankheiten helfe. Das berichten Teilnehmer übereinstimmend.

Vertreiberin des Produkts ist die deutsche Firma Pro Vitasan GmbH in Oldenburg. Für «Ondro & Andro M50+» stellt sie ihren Vertriebspartnern 58 Euro in Rechnung, umgerechnet rund 94 Franken. Die KHO-Verkäufer drehen es ihren Opfern für 1798 Franken an - nachdem sie vorher behauptet hatten, es koste eigentlich 3400 Franken.

Die Verkaufsshow zieht sich über mehrere Stunden hin - das ärgert die Teilnehmer am meisten. Denn laut Einladung haben sie in Engelberg ein «Nachmittags-Programm». In vielen Fällen hiess das konkret:
Ankunft in Engelberg um 15.30 Uhr, Abfahrt um 16.30 Uhr, Aufenthalt eine Stunde. Diese Kurzvisite bezeichnet Bekic als «Höhepunkt» der Tagesfahrt.

Da können sich die 22 Leute geradezu glücklich schätzen, die am 30. Januar am Morgen in Oberwinterthur auf den Bekic-Bus warteten. Sie wurden einfach stehengelassen. Ein Grund sich zu ärgern? Nein.

14. Februar 2007 | Ernst Meierhofer


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Illegale Präparate verkauft
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