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Artikel | saldo 2/2007

Das Geschäft mit der Tierliebe

Tierversicherungen übernehmen einen Teil der Kosten, wenn das kranke Büsi oder der verunfallte Hund zum Tierarzt muss. Doch das Prämienzahlen lohnt sich kaum.

Das Geschäft mit der Tierliebe

Bis zu 3000 Franken kostet die Entfernung eines Gehirntumors bei einer Hauskatze, bis zu 10 000 Franken ein künstliches Hüftgelenk für den Hund. «Unsere Behandlungsmethoden haben sich denen der Humanmedizin angenähert», sagt Charles Trolliet, Präsident der Gesellschaft Schweizerischer Tierärzte. Er behauptet: Die allermeisten Tierbesitzer sind auch bereit, die medizinischen Möglichkeiten im Notfall auszuschöpfen. Die Besitzer der 1,35 Millionen Schweizer Katzen und 500 000 Hunde kann das teuer zu stehen kommen.


500 Franken Jahresprämien für einen Hund

Das Geschäft mit der Angst vor hohen Tierarztrechnungen machen in der Schweiz drei Anbieter. Im Jahr zahlen Tierliebhaber dafür im Schnitt rund 500 Franken Prämie pro Hund und 250 Franken pro Katze. Diese Zahlen zeigen: Die Versicherungen sind teuer. Wer das Geld für Tierarztkosten selbst auf die Seite legt, fährt wohl meist besser.

Immerhin: Wie bei der Krankenkasse für Menschen kann der Tierhalter die Prämie senken - am einfachsten mit einer höheren Selbstbeteiligung bei den Kosten. Bei der Epona etwa zahlen Hundebesitzer mit einer 500-Franken-Franchise nur noch bis zu 192 Franken bei einer Deckung von 2000 Franken pro Fall.

Das sind die drei Tierversicherer:

Die Epona: Die Lausanner Firma versichert seit den Siebzigerjahren Haustiere, Versichertenzahlen gibt sie keine bekannt. Sie bietet aktuell die Police mit der höchsten Deckung an: Beim Produkt Anicare übernimmt sie 100 Prozent der Tierarztkosten. Dafür hat der Hundehalter 200 Franken Selbstbehalt im Jahr und bis 624 Franken Jahresprämie zu zahlen. Die übliche Epona-Versicherung deckt 80 Prozent der Behandlungskosten, aber maximal 2000 Franken pro Fall, falls man nicht die «unbegrenzte Deckung» gewählt hat. Kostenpunkt: 564 Franken Jahresprämie bei einer Franchise von 100 Franken.

Die Animalia SA: Die Tochtergesellschaft der Krankenkasse Assura zählt 2500 Versicherte. Bei Hunden, die jünger als vier Jahre sind, verlangt Animalia 180 Franken weniger im Jahr als die übliche Epona-Versicherung mit 100er-Franchise, für Katzen unter vier Jahren sind es 36 Franken weniger. Allerdings steigt bei der Animalia die Prämie mit dem Alter der Tiere. Die Konkurrenz ist dann oft günstiger.

Die Europäische Reiseversicherung: Die Basler Firma lancierte Mitte 2006 die Krankenversicherung Wau-Miau. Diese erstattet 90 Prozent der Kosten, maximal aber 3000 oder 5000 Franken im Jahr. Kostenpunkt: 474 oder 522 Franken pro Jahr und Hund bei einer 100er-Franchise.

Wer sein Tier versichern will, muss dies tun, solange es noch jung ist: Die Epona versichert neu nur Vierbeiner, die jünger als 6 Jahre sind. Bei Wau-Miau und Animalia müssen sie jünger als 7 Jahre sein. Zudem schliessen die Anbieter viele Fälle aus, etwa die Behandlung von Erbkrankheiten oder Gebrechen, die vor Vertragsabschluss bekannt waren. Ausgeschlossen sind auch Diäten, Kastration oder Sterilisierung.



Auch das gibts: Unfallversicherungen für Tiere

Einzelne Versicherungen bieten gesonderte Unfallversicherungen für Hunde und Katzen an. Die Zürich erstattet maximal 3000 Franken pro Fall. Die Jahresprämie beträgt 70 Franken pro Katze, 80 Franken pro Hund. Bei der Basler kann man Prämie und Deckungssumme wählen. Daneben gibt es Todesfallversicherungen, die den Halter bei Tod oder Nottötung des Tieres entschädigen. «Diese sollte man nur abschliessen, wenn das Tier viel wert ist», sagt Tatjana Kursawe vom Vermögenszentrum VZ.



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Schreiben Sie an: saldo, Postfach 723, 8024 Zürich oder redaktion@saldo.ch

07. Februar 2007 | Eric Breitinger


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