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Kommerzielle Schuldensanierer sind enorm teuer. Trotzdem behauptet Rolf Frischknecht von der Real-Treuhand, er werde von Ämtern empfohlen - was nicht der Fall ist.
Wenden Sie sich vertrauensvoll an uns», heisst es in den Inseraten, die regelmässig in Zeitungen wie «Blick» und «20 Minuten» erscheinen. Wer Unterlagen bestellt, erhält einen Brief mit einer Bemerkung, die Vertrauen erwecken soll. Rolf Frischknecht von der Real-Treuhand schreibt nämlich, «dass wir als einzige Treuhand sowohl von den Kleinkredit-Banken als auch von Betreibungs- und Steuerämtern empfohlen werden».
Das ist grob irreführend und nachweislich falsch. Der K-Tipp hat bei sieben Kleinkreditbanken nachgefragt. Alle bestreiten das. Auch 22 Steuerämter im Kanton Zürich hat der K-Tipp angeschrieben. Dort heisst es unisono, ein Steueramt dürfe gar keine konkrete Empfehlung für eine bestimmte Firma abgeben. Auch alle 12 Betreibungsämter der Stadt Zürich verneinen, dass sie Frischknecht empfehlen. Am schärfsten äussert sich Thomas Zeller vom Betreibungsamt Zürich 5: «Ich habe Rolf Frischknecht noch nie jemandem empfohlen und werde das auch garantiert in absehbarer Zukunft nicht tun.»
Im Gespräch mit Amtsstellen-Vertretern ist immer wieder herauszuhören, weshalb kommerzielle Schuldensanierer nicht in Frage kommen: Sie sind zu teuer, und deshalb ist der Schuldenberg der Opfer nach der «Sanierung» oft sogar noch höher als zuvor.
Horrendes Honorar: 12430 Franken
Ein konkreter Fall aus der Praxis von Rolf Frischknecht zeigt den Kostenwahnsinn auf. Von einem Klienten hat er während zweieinhalb Jahren Ratenzahlungen von insgesamt 42 200 Franken erhalten. Praktisch die gleiche Summe hat Frischknecht nach eigenen Angaben an Gläubiger weitergeleitet. Verhandlungen um Schuldenerlasse hat er keine geführt. Dafür verlangt nun Frischknecht ein Honorar von unglaublichen 12 430 Franken.
Rolf Frischknecht bleibt bei seiner Behauptung, er werde von Ämtern empfohlen. Das sollen drei schriftliche Bestätigungen belegen, die er dem K-Tipp vorlegte. Darin schreiben drei seiner Klienten, die Real-Treuhand sei ihnen auf dem Betreibungsamt empfohlen worden. Der K-Tipp kann die Angaben nicht überprüfen, weil die Briefe anonymisiert sind.
Tipp: Leute mit Schulden sollten sich auf keinen Fall an kommerzielle Sanierer wenden, die in Zeitungen inserieren. Besser ist der Gang zu den kantonalen Fachstellen für Schuldenfragen. Ihre Adressen stehen im Internet auf www.schulden.ch.
31. Januar 2007 | Ernst Meierhofer
