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Arglos schrieb ich in meiner letzten Kolumne über «Bio-Eier von glücklichen Hühnern». Ganz zum Ärger eines Lesers: «Wie kommen Sie denn darauf, dass ausgerechnet Bio-Hühner glücklich sind?», fragte er mich am Telefon. «Das ist doch logisch», gab ich zurück, «weil sie frei herumlaufen und nicht in Käfigen hocken müssen.»
«Papperlapapp», unterbrach mich der Mann. «Frohlocken Sie etwa von früh bis spät, bloss weil Sie draussen herumlaufen können?» Ich blieb ihm die Antwort schuldig. Ich hatte keine Lust, ihm wegen ein paar Bio-Eiern eine Lebensbeichte abzulegen.
«Wenn Sie selbst mit dieser Frage überfordert sind», triumphierte darauf mein Herausforderer, «wie wollen Sie dann die Befindlichkeit des Federviehs beurteilen können?»
Ich nahm Anlauf zu einer Antwort. Doch der Mann wollte nicht zuhören. Ich solle künftig besser über Paragrafen referieren, statt über die Psychologie von Hühnern zu orakeln, belehrte er mich.
Um die Diskussion diplomatisch zu beenden, räumte ich ein, dass meine Argumente einer wissenschaftlichen Prüfung vielleicht nicht ganz stand- halten würden.
Dann kitzelte mich die Neugier: «In welcher Branche sind eigentlich Sie tätig?», fragte ich den Anrufer. «Hühnermast!», antwortete er knapp und legte den Hörer auf.
24. Januar 2007 | Hans Ruedi Schmid, Leiter Rechtsberatung
