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saldo hat die Preise von 18 Herrendüften verglichen und grosse Unterschiede festgestellt. In einigen Geschäften zahlen Kunden das Doppelte.
Die Welt der Düfte wächst und wächst: Beinahe wöchentlich gelangt ein neues Parfüm oder Eau de Toilette auf den Markt - auch im Segment der Herrenparfüms. Hersteller werben mit Prominenten, Parfümerien mit aufwändigen Mailings und vor Ort nebeln Verkäuferinnen ihre Kundschaft mit Parfümwolken ein. Die Geschäfte riechen nicht mehr nur den neusten Duft, sondern wittern auch das grosse Geld.
saldo wollte wissen, wer bei den Kunden wie viel abkassiert, und hat die Preise von 18 Herrendüften in acht Geschäften unter die Lupe genommen. Resultat: Je nach Anbieter blättert man für das gleiche Produkt fast das Doppelte hin.
So kostet das Eau de Toilette Jamaica Men von Puma bei Carrefour Fr. 19.50, Loeb verlangt rund 38 Franken.
Träger von Burberrys Weekend for Men sparen fast 30 Franken, wenn sie das Duftwasser in der Import Parfümerie kaufen und nicht bei Jelmoli oder Loeb. Noch günstiger wird es bei Manor: Hier wird Weekend for Men zum Aktionspreis von 20 Franken angeboten - im Vergleich zu den beiden anderen Anbietern fast 50 Franken billiger.
Carrefour: Relativ kleines Angebot, dafür Tiefstpreise
Wie die saldo-Tabelle zeigt, schlägt Carrefour mit seinen Preisen die Konkurrenz fast ausnahmslos. Dafür ist das Sortiment in den zwölf Schweizer Filialen mit etwas mehr als 30 Marken relativ klein. Laut Carrefour soll das Angebot in diesem Jahr aber ausgebaut werden. Auch Douglas und die Import Parfümerie schneiden im Vergleich zu anderen Anbietern gut ab. Letztere vertreibt laut eigenen Angaben rund 200 Marken.
Marionnaud, sonst bekannt für niedrige Preise, liegt bei den Herrendüften im Mittelfeld. Der französische Parfümeriekonzern mit 114 Schweizer Filialen fällt im saldo-Vergleich weder mit Tiefst- noch mit Höchstpreisen auf. Ebenso unauffällig wirkt die Preispolitik von Globus. Aber Achtung: Das Warenhaus verlangt für ein Eau de Toilette im Schnitt 7 Franken mehr als Marionnaud.
Ganz anders geht Manor aus dem saldo-Vergleich hervor: Hier sollten sich Kunden nach Aktionspreisen umsehen, mit denen Manor seine Konkurrenten eindeutig aussticht. Bei regulären Preisen lässt sich anderswo jedoch mehr Geld sparen - bei immerhin fünf Produkten muss man bei Manor am tiefsten in die Tasche greifen.
Die Rangliste der teuersten Anbieter führt Jelmoli an. Das Zürcher Kaufhaus verlangt mit einer einzigen Ausnahme bei allen Produkten die höchsten Preise. Verglichen mit den jeweils günstigsten Anbietern zahlen Jelmoli-Kunden durchschnittlich rund 17 Franken mehr für ihren Lieblingsduft. Fast ebenso teuer präsentiert sich das Berner Warenhausunternehmen Loeb.
Loeb, Jelmoli, Globus: «Kunden zahlen gerne etwas mehr»
saldo hat die acht Geschäfte mit den Ergebnissen des Preisvergleichs konfrontiert. Die teuren Anbieter rechtfertigen die Preisunterschiede allesamt mit den gleichen Argumenten: «Als Fachgeschäft mit personalintensiver Beratung darf Loeb nicht mit Parfümerie-Discountern verglichen werden», sagt zum Beispiel Loeb-Sprecherin Madeleine Elmer.
Auch Jelmoli beruft sich auf «eigens geschultes Beratungspersonal, breites Sortiment und grosszügige Ladenflächen». Und Globus-Sprecher Ernst Pfenninger erklärt: «Diese Billiganbieter haben nicht unser Niveau.» Die drei Warenhäuser sind sich einig, dass ihre Kunden gerne ein paar Franken mehr bezahlen.
Die günstigen Anbieter haben für diese Argumente wenig Verständnis - und ärgern sich über die herablassenden Worte. Karin Müller, Pressesprecherin von Marionnaud: «Wir sparen weder am Produkt noch an der Ladengestaltung und auch nicht am Personal.» Für die Beraterinnen seien regelmässige Schulungen obligatorisch. «Unsere Verkäuferinnen wissen also, wovon sie sprechen.» Auch die Import Parfümerie hält fest, nur Fachpersonal einzustellen. Sprecherin Nicole Droesch: «Zufriedene Kunden sind für uns kein Grund, höhere Preise zu verlangen.»
In der nächsten Ausgabe vergleicht saldo die Preise von Damenparfüms.
24. Januar 2007 | Sabine Rindlisbacher
