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Artikel | saldo 20/2006

So wird der Computer zum Zweit-Fernseher

Dank Internet lässt sich der Computer auch als Fernseher einsetzen. saldo zeigt die verschiedenen Möglichkeiten.

Man muss beileibe kein Technik-Freak sein, um den PC zur portablen Flimmerkiste zu machen. Grundsätzlich stehen dazu drei Techniken zur Verfügung.


Ansteckbarer TV-Empfänger: Günstig und praktisch

Die komfortabelste Lösung für PC-Fernsehen ist ein an den Computer ansteckbarer TV-Empfänger: etwa der PCTV USB Hybrid Stick von Pinnacle, der WinTV-HVR-900 von Hauppauge oder der TV Mini von Miglia für Apple-Computer. Sie sind mit Kosten um 150 Franken eine recht günstige Methode, um am Computer fernzusehen.

Über den USB-Anschluss wird der Stick an den Computer gesteckt, am anderen Ende überträgt das heimische Antennenkabel oder die mitgelieferte Mini-DVB-T-Antenne das Signal. Mit der Mini-Antenne wird der Laptop damit zum portablen Fernseher. Voraussetzung ist, dass das Gebiet mit digitalen Signalen versorgt ist. In weiten Teilen der Deutschschweiz können so heute SF 1, SF 2, TSR 1 und TSI 1 empfangen werden. Wer genau wissen will, wo DVB-T-Fernsehen ausgestrahlt wird und wo nicht, kann dies auf einer Karte auf www.digitalesfernsehen. ch abrufen.

Mit der mitgelieferten Software lassen sich Sendungen aufnehmen, das Programm kann auch jederzeit angehalten und später weitergeschaut werden. Für diese Form von Fernsehen braucht es aber unbedingt einen schnellen PC-Prozessor nicht unter 1,3 Gigahertz, eine starke Grafikkarte und ein USB-2.0-Anschluss, damit das Bild auch flüssig läuft.


Web-TV: Sendungen direkt aus dem Internet

Die zweite und einfachste Lösung ist das sogenannte Web-TV, bei dem sich Sendungen direkt übers Netz beziehen lassen. Ein mittelmässiger PC reicht dazu aus, die benötigte Software steht gratis im Internet zum Download bereit.

Je nach Anbieter benötigen die bewegten Bilder Microsofts Media Player (www. microsoft.com), den Real Player (www.real.com) oder Quicktime (www.apple.com). Eine weitere Voraussetzung ist natürlich, dass der betreffende Sender seine Inhalte auch übers Internet anbietet.

Beim Schweizer Fernsehen etwa lassen sich viele Beiträge abrufen. Einfach auf www. sf.tv surfen, den gewünschten Beitrag und dort «Video» anklicken, und schon läuft die Sendung. Auf dem SF-Sportableger gab es auf diese Weise übrigens auch schon Playoff-Live-Übertragungen aus der Schweizer Eishockey-Liga zu sehen.


TV-Portale: Zugriff auf Sender aus der ganzen Welt

Eine dritte Möglichkeit, den PC zum Fernseher zu machen, sind TV-Portale, zum Beispiel Online TV 3 oder ADSL-TV. Beim Gratisanbieter Online TV 3 (www.onlinetv3.de) wird die Software gratis heruntergeladen und installiert. Nach dem Starten des Programms geht alles so einfach wie am heimischen Fernseher. In einer Liste finden sich Hunderte von Sendern aus der ganzen Welt, ein Klick darauf und der PC geht auf Empfang. Die Software bietet nebenbei auch Radiostationen, deren Programm auf Wunsch auch gleich aufgezeichnet werden kann. Leider funktioniert das nur auf Windows-PCs, nicht aber für Mac- oder Linux-User.

ADSL-TV (www.adsltv.ch) wiederum ist Internet-Bezahlfernsehen. 20 Sender, vorwiegend aus dem deutschsprachigen Raum, kosten im Abo 81 Franken pro Jahr, aber auch kürzere Abos sind möglich. Der Preis ist zwar stolz, regelmässige Benutzer können sich aber an der im Vergleich zur Gratiskonkurrenz erstaunlich guten Bildqualität erfreuen.

Wer häufig im Inland unterwegs ist - im Ausland funktioniert ADSL-TV aus Lizenzgründen nicht - und dabei das Drahtlos-Internet WLAN zur Verfügung hat, für den kann diese Lösung rentieren. Für die anderen dürfte das Angebot zu teuer sein. Derzeit nutzen laut Marco Colonello vom Betreiber Netstream auch erst wenige Tausend Schweizer den Service.

06. Dezember 2006 | Michael Benzing


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