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Am 1. Januar hörten zehn Gesundheitstipp-Leserinnen und -Leser auf zu rauchen. Die Redaktion hat sie ein Jahr lang begleitet. Vier von ihnen greifen heute nicht mehr zum Glimmstängel.
Seit ich mit dem Rauchen aufgehört habe, muss ich nicht mehr ständig husten», freut sich Beatrix Isler. «Meine Zähne sind schöner, und das Treppensteigen geht auch leichter als früher.» Die Nikotinsucht überwand Beatrix Isler mit Unterstützung von einem Psychologen, der sie hypnotisierte. Sieben Sitzungen waren nötig, dann klappte es: Seither hat Beatrix Isler keine Zigarette mehr angerührt.
Zehn Gesundheitstipp-Leserinnen und -Leser versuchten seit Anfang Jahr, dem blauen Dunst mit Hilfe von verschiedenen Methoden zu entsagen. Vier von ihnen haben es geschafft: Neben Beatrix Isler leben auch Christian Santschi, Nadir Ferrari und Isabel Berger immer noch rauchfrei. Sechs Teilnehmer der Aktion Rauchstopp wurden rückfällig. «Diese Bilanz ist überdurchschnittlich gut», sagt Christine Gafner. Die Berner Tabakpräventions-Expertin hat die Aktion ein Jahr lang begleitet und kommentiert. «Im Allgemeinen ist die Rückfallquote viel höher», erklärt Gafner. «Da hat wohl der Öffentlichkeitsdruck gewirkt.» Dies bestätigt Beatrix Isler: «Das Mitmachen bei der Aktion hat meine Motivation verstärkt. Ich wollte nicht in der halben Schweiz als Rückfällige bekannt werden.»
«Das Zahnfleisch erholt sich innert eines Jahres»
Auch Nadir Ferrari ist froh, dass er es geschafft hat, von den Zigaretten loszukommen. Er hörte nach dem Besuch eines Easyway-Kurses auf zu rauchen. «Ich geniesse es, dass ich nicht mehr ständig zum Kiosk rennen muss, um Zigaretten zu kaufen», sagt Ferrari. Heute verspürt er keine Lust mehr, sich eine Zigarette anzuzünden. Auch Isabel Berger, die den Blumstein-Ohrclip testete, sagt: «Nur nach dem Essen möchte ich ab und zu eine Zigarette anzünden. Aber das geht schnell vorbei.»
Christian Santschi hörte mit dem Rauchstopp-Medikament Zyban auf. Er wird von seiner Schwester und seiner Freundin unterstützt, die mit ihm zusammen in Thun eine Bar führen: «Manchmal frage ich die Frauen zum Spass: Hättsch mer nid e Zigi? Doch sie sagen immer Nein.»
Expertin Gafner weist darauf hin, dass sich der Gesundheitszustand von Ex-Rauchern schon nach kurzer Zeit massiv verbessert: «Die Lungen arbeiten nach wenigen rauchfreien Monaten messbar besser. Und geschädigtes Zahnfleisch erholt sich innert eines Jahres.» Etwas länger, nämlich ein paar Jahre, braucht es, bis das Risiko für Mundhöhlenkrebs und Herzinfarkt markant sinkt.
Ein nikotinfreies Jahr schützt noch nicht vor einem Rückfall
Nach einem nikotinfreien Jahr sind die Ex-Raucher noch nicht völlig gefeit vor einem Rückfall. Gafner sagt: «Beim Rauchen haben sich im Hirn Nikotinrezeptoren entwickelt. Diese Rezeptoren werden sofort wieder aktiv, wenn ein neuer Nikotinschub kommt.» Dann ist die Sucht wieder da. «Manche Ex-Raucher spüren diesen Effekt noch nach 15 Jahren», fügt sie an. Die Expertin emp?ehlt den Aussteigern deshalb: «Fragen Sie sich am ersten Tag jedes Monats: Fühle ich mich wohl als Ex-Raucher? Geniesse ich die Freiheit von der Sucht? Spüre ich kräftigere Atemzüge?» Wenn man sich die Folgen der Nikotinsucht regelmässig bewusst mache, könne man Rückfällen wirksam vorbeugen.
RAUCHSTOPP
Aktion Rauchstopp im Internet: Möchten Sie im neuen Jahr aufhören zu rauchen? Profitieren Sie von den Erfahrungen der Teilnehmer der Aktion Rauchstopp: Sämtliche Berichte, die im Jahr 2006 erschienen sind, können Sie unter www.gesundheitstipp.ch herunterladen.
06. Dezember 2006 | Andreas Gossweiler
