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Dienstagmorgen, das Telefon klingelte. Ich meldete mich: «saldo-Rechtsberatung, guten Tag.» «Ist die Auskunft gratis?», wollte der Mann am Telefon als Erstes wissen. Nach meiner Bestätigung gab er sich als Postautochauffeur zu erkennen und erklärte, seine Freundin habe vor fünf Tagen ein «Schrott-Occasionsauto» auf Pump gekauft. «Am besten komme ich gleich bei Ihnen vorbei», schlug er vor.
«Ist nicht nötig», wehrte ich ab, «wir können das am Telefon besprechen.» Bevor der Mann wieder das Wort ergriff, bat ich um seine saldo-Abonummer. «Ein Abo? Wofür?», entgegnete er so verdutzt, als hätte ich ihm gerade einen Heiratsantrag gemacht.
Ich erklärte, dass die Beratung durch die Abonnenten finanziert und deshalb auf sie angewiesen sei. Er brauche trotzdem kein Abo, meinte der Chauffeur. Der Chef seiner Freundin habe schon eins für den Coiffeursalon.
Ich wollte die Freundin mit dem Occasionswagen aber nicht im Stich lassen und erklärte, ein Vertragsrücktritt sei noch bis übermorgen möglich.
Der Mann ohne Abo bedankte sich knapp.
Ich will es mir merken: Eines Tages werde ich in sein Postauto steigen. Fragt er mich dann nach dem Billett, werde ich ihm antworten: «Ich brauche keins. Der Ex-Freund meiner Cousine hat nämlich bereits ein Generalabo.»
22. November 2006 | Hans Ruedi Schmid, Leiter Rechtsberatung
