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Dank Spezial-Software für den USB-Stick hat man unterwegs alle benötigten Programme dabei. saldo hat geprüft, was die kostenlosen Anwendungen taugen.
Wer häufig auf fremden Computern arbeitet, vermisst bald einmal den eigenen Rechner: Beim Surfen im Internet fehlen die persönlichen Lesezeichen, beim Mailen das Adressbuch oder der vorausgegangene E-Mail-Verkehr. Ausserdem lässt sich der Videoclip nicht abspielen und die selbst erstellte Grafik nicht öffnen, weil das passende Programm fehlt.
Massgeschneiderte Software für USB-Sticks hilft da weiter: Nur den Stift einstecken und das benötigte Programm starten - schon kann man auf jedem Computer seine Anwendungen mit allen vertrauten Einstellungen laufen lassen.
Ein grosser Vorteil dieser sogenannten tragbaren Anwendungen: Man muss sie auf dem fremden Rechner nicht erst zeitraubend installieren. Denn sie sind bereits auf dem Stick voll funktionsfähig. Ausserdem belasten sie laut den Herstellern den Computer nicht: Normale Internet-Browser oder Office-Anwendungen nisten sich regelrecht auf der Festplatte ein und schreiben ihre Daten kaum auffindbar in die Tiefen der Systemeinstellungen. Je mehr Programme installiert sind, desto schwerfälliger und langsamer wird die Maschine. Die Stick-Versionen dagegen beeinträchtigen den Rechner kaum.
Auf www.portableapps. com oder www.portablefree ware.com findet sich eine breite Palette an Stick-Programmen: zum Beispiel Internet- und Büroanwendungen, Medienabspiel-Software, Antivirenprogramme oder auch Spiele. Mac-Benutzer finden das gleiche Angebot auf www.freesmug.org/ portableapps.
Eher langsam: Portable Browser für unterwegs
Eine weitverbreitete, kostenlose USB-Stick-Version eines Internet-Browsers ist der Portable Firefox. Damit hat man überall seine eigenen Lesezeichen dabei. Die Datei ist gerade mal 22 Megabyte (MB) gross und findet damit auch bequem auf dem kleinsten Stick Platz.
Startet man den Browser, bemerkt man schnell einen Unterschied zur normalen Version: Ab USB-Stick benötigt das Programm für den erstmaligen Start deutlich länger als vom Computer. Dies liegt daran, dass der Flash-Speicher des Sticks langsamer arbeitet als eine Festplatte. Firefox brauchte im Versuch rund eineinhalb Minuten, um einsatzbereit zu sein. Dieser Wert kann jedoch variieren, da die Sticks verschieden schnell sind. Generell gilt aber: Portable Programme lohnen sich nur bei den modernen USB-2.0-Sticks. Ältere USB-1.1-Datenträger sind dafür viel zu langsam.
Das Erscheinungsbild und die Bedienung des Browsers ist identisch mit der Festplattenversion. Die Unterschiede liegen im Detail. So ist die Cache-Funktion deaktiviert, was bedeutet: Die Internetseiten werden nicht mehr auf der Festplatte zwischengespeichert, um sie später schneller wieder aufzurufen.
E-Mail-Programm: Die elektronische Post immer dabei
Vergleichbar einfach ist auch das Gratis-E-Mail-Programm Portable Thunderbird. Ebenfalls nur 22 MB gross, besitzt es alle Funktionen, die man zum Mailen braucht. Startet man es zum ersten Mal, muss man die Daten des E-Mail-Anbieters eingeben. Danach funktioniert es sofort reibungslos. Die heruntergeladenen E-Mails werden direkt auf den Stick gespeichert.
Das heisst aber: Für die gesammelten E-Mails samt Anhängen muss man genug Speicherplatz auf dem Stick einplanen.
Schreibprogramm benötigt viel Speicherplatz
Open Office heisst die kostenlose Alternative zur Büro-Software Office von Microsoft. Auch sie gibt es tragbar (auf www.ooodev.org unter «Projekte»). Damit hat man eine umfangreiche Sammlung von Anwendungen für Text, Tabellenkalkulation, Präsentationen oder auch ein Zeichenprogramm immer in Griffnähe. Wer nur selten mit Tabellen rechnet oder Grafiken zeichnet, muss die Programme nicht aufwändig installieren und kann so den eigenen Computer schonen. Im Bedarfsfall holt man sich die Software vom Stick.
Bei Open Office ist die heruntergeladene Datei noch nicht einsatzfähig, sondern nur eine Installationsdatei. Fertig auf dem Stick eingerichtet, erweist sich die Software als Speicherkoloss. Auf dem Stick benötigt sie rund 180 MB freien Speicherplatz, in der Mac-Variante sogar 350 MB.
Aufpassen muss man beim Abspeichern einer Datei: Open Office will die Datei standardmässig auf der Festplatte des Rechners anstatt auf dem USB-Stick ablegen. Der gewünschte Speicherort lässt sich aber manuell ändern.
22. November 2006 | Marc Mair-Noack
