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Artikel | K-Tipp 19/2006

«Wer nicht feilscht, wird über den Tisch gezogen»

Rabatte sind bei der Autoversicherung genauso üblich wie bei anderen Einkäufen. Preisnachlässe um bis zu 30 Prozent sind durchaus möglich.

«Wer nicht feilscht, wird über den Tisch gezogen»

Das erste Angebot lag bei 1325 Franken. Zu diesem Tarif hätte Kurt Bosshard aus Uster ZH seinen 7-jährigen Audi bei der Generali versichern können. Für Haftpflicht und Teilkasko.

«Ich rief bei der Generali an - das Angebot schien mir zu teuer», sagt Bosshard. Antwort des Generali-Agenten: «Wenn Sie mir ein schriftliches Angebot der Konkurrenz vorlegen, das tiefer ist als unseres, gehen wir darunter!»

Das Beispiel zeigt: Offerten von Versicherungen sind nicht in Stein gemeisselt, sondern verhandelbar. «Die Verkäufer haben in festgelegten Fällen begrenzte Rabattkompetenzen», bestätigt Generali-Geschäftsleitungsmitglied Roman Clavadetscher.

Clavadetscher macht den Versicherungskunden sogar Mut: Rabatte bei Versicherungen seien genauso üblich wie in vielen anderen Bereichen. Bei Handwerkern oder in Läden und Hotels sei es auch üblich zu fragen, «ob beim Preis noch etwas drinliege».

Insider bestätigen das. Der K-Tipp weiss, dass Aussendienstmitarbeiter bei vielen Gesellschaften einen Rabatt von 20 Prozent geben dürfen. In Einzelfällen können sie sogar um 30 Prozent runtergehen - vor allem bei Neukundinnen und -kunden mit gutem Risikoprofil. Versicherungsverkäufer mit langjähriger Praxis und einem entsprechend grossen Kundenstamm haben ein grösseres Rabattkontingent als Aussendienstmitarbeiter mit wenig Berufserfahrung.


Wichtig: Mehrere Offerten einholen

Für Bosshard ist deshalb klar: «Wer nicht feilscht und vergleicht, wird über den Tisch gezogen.» Er hat deshalb drei weitere Offerten bei anderen Versicherungen eingeholt. Das günstigste Angebot erhielt er von der Züritel - für 1064 Franken.

Das hätte der Generali-Agent kaum schlagen können. Auch in der Versicherungsbranche seien die Tarife nicht «beliebig dehnbar», heisst es bei der Generali-Direktion, und Konkurrenzangebote könnten nicht «beliebig unterboten» werden.

Das sind die wichtigsten Tipps:
- Holen Sie verschiedene Offerten ein.
- Gerade bei der Autoversicherung haben die einzelnen Verkäufer ein gewisses Rabatt-«Kontingent». Das können Sie sich zunutze machen, indem Sie der einen Versicherung Konkurrenzofferten von anderen Anbietern vorlegen mit der Frage, ob noch was drin- liegt.
- Spielraum gibt es auch bei der offerierten Bonusstufe, die im Prinzip bei 100 Prozent anfängt und nach ein paar unfallfreien Jahren bis auf 30 Prozent sinken kann (je nach Versicherer). Diese Bonusstufe bestimmt die Prämie massgeblich - und ist ebenfalls verhandelbar.
- Vergleichen Sie aber immer nur die Nettoprämien, also das, was Sie effektiv zahlen müssen. Achten Sie auch darauf, ob die Stempelsteuer in den Offerten inbegriffen ist oder nicht.
Mehr Tipps dazu stehen im neuen Versicherungsratgeber.



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15. November 2006 | Ernst Meierhofer - ernst.meierhofer@ktipp.ch


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