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Artikel | K-Tipp 19/2006

Schluss mit Gratis-Telefonieren

Tele2 droht Kunden mit Kündigung, wenn diese ausschliesslich kostenlose Verbindungen nutzen. Die Konkurrenz ist grosszügiger.

Tele2 offeriert über ein Abo «Mobiltelefonieren gänzlich zum Nulltarif». Allerdings gilt das Angebot nur für Anrufe innerhalb des Tele2-Netzes. Zum Ärger von Tele2-Chef Roman Schwarz telefonieren gewisse Kunden ausschliesslich von Tele2 zu Tele2 - und dies täglich stundenlang. Schwarz fordert solche Vieltelefonierer nun schriftlich auf, ihr Verhalten bis zum 30. November zu ändern. «Mindestens jeden zweiten Anruf sollten Sie ausserhalb des Tele2-Netzes tätigen. Sonst sehen wir uns gezwungen, den Dienst mit sofortiger Wirkung einzustellen», droht er.

Die Konkurrenten von Tele2 haben ähnliche Angebote. Bei Swisscom Mobile telefonieren bis 26-Jährige mit «Natel basic Xtraliberty» für 12 Fanken im Monat am Abend und in der Nacht gratis. Orange offeriert mit «Optima 30» (Grundgebühr: Fr. 25.-) Gratisanrufe auf drei Lieblingsnummern. Bei Sunrise gibts mit «sunrise family» und «sunrise friends» happige Rabatte innerhalb einer bestimmten Nutzergruppe.

«Wir müssen damit rechnen, dass Jugendliche nur am Abend und in der Nacht telefonieren», sagt Swisscom-Sprecher Carsten Roetz. Sanktionen oder gar Kündigungen gebe es deswegen keine. Ähnlich bei Orange: «Die Anrufe bleiben gratis, auch wenn ein Abonnent seine Gespräche auf die drei Lieblingsnummern beschränkt», sagt Orange-Sprecherin Therese Wenger. Nur wenn Gratisverbindungen «zweckentfremdet würden», etwa für die Raumüberwachung per Handy, behalten sich Swisscom und Orange vor, einzuschreiten.

(ps)

15. November 2006


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