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Artikel | saldo 18/2006

Die besten Tipps zum Beamer-Kauf

Beamer machen das Wohnzimmer zum Heimkino. Ein Genuss wird der Filmabend aber nur, wenn man beim Kauf ganz genau hinsieht. Eine Checkliste.

Wer Filme mit grossem Bild geniessen will, kommt um einen Beamer nicht herum. Dieser wirft das Bild wie ein Diaprojektor auf eine Leinwand. Damit kann er ein deutlich grösseres Bild darstellen als jeder teure Flachbildfernseher.

Die Preise der Beamer sind in den letzten Jahren gefallen. Doch noch immer gibts gute Geräte kaum unter 1000 Franken. Da lohnt es sich, die Gerätesuche sorgfältig anzugehen. Die grössten Fallen:

1 Beamer sind keine Alleskönner
Die erste Frage vor dem Kauf lautet: Wofür braucht man den Beamer hauptsächlich? Wer vor allem Computer-Präsentationen an die Wand wirft, braucht ein anderes Gerät als ein Filmliebhaber. «Kombigeräte, die beides gleich gut abbilden, sind ein schlechter Kompromiss», so Experte Reto Wäffler, Geschäftsführer der Homecinema GmbH aus Grosshöchstetten BE. Sein Tipp: «Im Zweifelsfall sollte man einen Beamer fürs Heimkino wählen.» Dieser projiziere auch PC-Grafiken befriedigend.

Wer sich nur auf den hohen Kaufpreis verlässt, kann Pech haben. Ein Test der Stiftung Warentest zeigte: Auch ein teures Gerät ist kein Garant für gute Bilder. Ein Beamer über 2700 Franken schwächelte im Test in der Darstellung.


2 Auf den Raum kommt es an
Je nach Grösse und Helligkeit des Zimmers muss der Beamer unterschiedliche Stärken haben. Steht er weniger als drei Meter vor der Leinwand, sollte man ein Gerät mit Weitwinkelobjektiv vorziehen.

Ebenfalls raumabhängig ist die benötigte Lichtstärke. Je weiter der Abstand zur Leinwand und je grösser das projizierte Bild ist, desto heller muss der Beamer strahlen.

Wichtig ist zudem, ob man den Raum abdunkeln kann oder nicht. Bei Tageslicht benötigt man ein lichtstarkes Gerät. Die Helligkeit misst man in ANSI-Lumen. Beamer für nicht verdunkelbare Räume sollten mindestens 1000 Lumen aufweisen, für dunkle Räume reichen 800 Lumen, wenn die Bilddiagonale nicht grösser als zwei Meter ist. Grundsätzlich gilt aber: Auch ein lichtstarker Beamer kommt bei Tag nicht ans kräftige Bild eines Fernsehgeräts heran.

3 Tiefes Schwarz und hoher Kontrast
Wichtiger als die Helligkeit sind ein guter Kontrast und der sogenannte Schwarzwert. Dieser sagt aus, wie satt schwarze Bereiche dargestellt werden können. Ist der Wert niedrig, wirkt etwa der Weltraum in «Star Wars» mausgrau statt tiefschwarz. Ein hoher Konrast macht das Bild lebendiger als ein tiefer. Welches Bild gut aussieht, ist auch Geschmackssache. Daher: Den Beamer im Laden einschalten lassen und das Bild mit eigenen Augen prüfen.


4 Zur Auswahl stehen zwei Techniken
Bei der Projektion haben sich zwei Techniken durchgesetzt: LCD und DLP. LCD ist etwas günstiger, hat aber ein tieferes Kontrastverhältnis und einen schlechteren Schwarzwert. Zudem sieht man bei Geräten mit tiefer Auflösung die einzelnen Pixel. DLP punktet mit starkem Kontrast und tiefem Schwarz, dafür kann der «Regenbogeneffekt» auftreten: Bei schnellen Bildfolgen nehmen manche Betrachter an den Rändern weisser Flächen die Farben Rot, Grün und Blau wahr. Laut Stiftung Warentest sind LCD-Beamer für DVDs am besten geeignet.


5 Das Rauschen ist kaum zu überhören
Die Beamer-Lampe braucht ständig Kühlung - das Rauschen des Ventilators lässt sich daher nicht ganz vermeiden. Prinzipiell gelten LCD-Projektoren als etwas leiser als DLP-Geräte. Eine Lautstärke unter 30 Dezibel gilt als guter Wert. Auch die Lage des Lüfterausgangs ist wichtig: Dreht sich der Ventilator neben dem Ohr des Zuschauers, stört auch das leiseste Gerät.


6 Pixel bestimmen die Auflösung
Sitzt man nahe vor der Leinwand, sieht man schnell die einzelnen Pixel im Bild. Daher gilt: Je grösser die Projektion und je kleiner der Sitzabstand, desto höher sollte die Auflösung des Beamers sein. Verbreitet ist heute die sogenannte XGA-Auflösung. Deren Grösse von 1024 x 768 Pixel reicht für DVDs und fürs Fernsehbild bei weitem aus. Bei kleinerer Bildgrösse genügt auch die tiefere SVGA-Auflösung.

Inzwischen sind auch Geräte mit höheren Qualitätsstufen wie die 720p-Auflösung einigermassen erschwinglich. Diese Auflösung hat den Vorteil, dass sie auf das Breitbildformat 16:9 ausgelegt ist, in dem die meisten Kinofilme gedreht werden.


7 Entscheidend ist der richtige Anschluss
Der beste Beamer nützt nichts, wenn man schlechte Verbindungskabel verwendet. Folgende Anschlusstypen sollten auf den Produktangaben im Laden aufgeführt sein: ein RGB-tauglicher Scart- und S-Video-Anschluss, besser noch eine Komponentenverbindung. Zudem sollte auch ein VGA-Anschluss für den Computer nicht fehlen. Der Anschluss der Zukunft ist digital und heisst HDMI, wenn man später hochauflösende HDTV-taugliche Geräte anschliessen will.


8 Grösstes Sorgenkind ist die Lampe
Beamer-Lampen halten rund 2000 Stunden, sogenannte Metalldampflampen etwas weniger lang. Das bedeutet: Wer jeden Abend einen Film abspielt, braucht nach knapp drei Jahren bereits eine Ersatzlampe. Und diese ist mit rund 300 bis 1000 Franken kein Schnäppchen. Daher ist ein Beamer kein Fernseherersatz. Es lohnt sich, den Beamer für die speziellen Kinoabende aufzuheben und Nachrichten oder Wetterbericht weiterhin auf dem TV-Gerät zu verfolgen.


9 Weiteres wichtiges Zubehör
Doch mit dem Beamer allein ist es nicht getan. Unbedingt zu empfehlen ist eine Leinwand. Denn projiziert man das Bild auf die Raufasertapete, leidet die Bildqualität.
Für eine Heimkinoleinwand sollte man 200 bis 500 Franken rechnen.

Zu einem guten, grossen Bild gehört auch der entsprechende Ton. Die eingebauten Beamer-Lautsprecher bieten keinen Hörgenuss. Daher sollte man das Gerät an leistungsstarke Boxen anschliessen.

08. November 2006 | Marc Mair-Noack


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