|
(0) |
Obligationenfonds aus Schwellenländern haben gute Jahre hinter sich. Doch nun ist Zeit auszusteigen.
Wer in den letzten Jahren in Obligationenfonds mit Ausrichtung Schwellenländer (Emerging Markets) investiert hat, kann sich freuen: Er erzielte in drei Jahren eine Gesamtrendite von deutlich über 10 Prozent. Wer dagegen auf den Schweizer Obligationenmarkt gesetzt hat, musste sich im gleichen Zeitraum mit etwa einem Drittel dieser Rendite begnügen.
Die Zinssätze bewegten sich vor zwei bis drei Jahren in der Schweiz, in Westeuropa und in den USA auf sehr tiefem Niveau. In dieser Situation investierten viele Anleger in höher verzinsliche Papiere aus Schwellenländern.
Diese Papiere sind risikoreicher als Oblis aus den entwickelten Ländern, weil die Zahlungsfähigkeit der Schuldner weniger sicher ist. Der höhere Zins entschädigt einen Anleger für das grössere Risiko.
In den letzten zwei Jahren verringerte sich dieser Zinsunterschied aber deutlich. Heute ist er nur noch sehr klein. Gleichzeitig schraubte die von den hohen Zinsen getriebene Nachfrage die Kurse von Obligationen aus Emerging Markets in die Höhe.
Experten raten deshalb zurzeit vom Kauf von Obligationenfonds aus Schwellenländern ab. Finanzanalyst Aleksandar Savic vom Vermögenszentrum VZ in Zürich: «Angesichts der hohen Preise und der unsicheren Situation an den Märkten empfehle ich, solche Fonds jetzt zu verkaufen. Ein Kauf ist erst wieder ratsam, wenn die Papiere günstiger geworden sind.»
25. Oktober 2006 | Patrick Herger
