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Motorengeheul dröhnt aus der Telefonleitung. Dann die dünne Stimme eines Autofahrers am Handy: «Hallo! Können Sie mich hören?» «Sehr schlecht», erwidere ich. «Mist», höre ich den Mann fluchen, «jetzt kommt ein Tunnel!» Die Verbindung bricht ab.
Wenig später meldet sich der Autolenker erneut. Der Empfang ist immer noch miserabel: «Eine Sekunde», brüllt der Mann, «ich fahre auf eine Ausweichstelle!» Ich höre, wie er brüsk bremst. Dann breitet sich wohltuende Ruhe aus. «Verstehen Sie mich jetzt besser?», forscht der Mann. «Ja, perfekt», bestätige ich.
Endlich kann er sein Problem schildern: «Ich habe meiner Ex-Freundin eine Dampfbügelstation gekauft, aber ...» Der Rest des Satzes wird vom Lärm eines Presslufthammers erstickt. Ich höre nur noch Fluchen, dann ist die Verbindung wieder weg.
Nach ein paar Minuten ist der Mann wieder da und erklärt, jetzt gebe es garantiert nichts mehr, was uns stören könne. Er habe direkt vor einem Friedhof parkiert. «Wie schon gesagt», fährt er fort, «ich habe meiner Ex-Freundin eine Dampfbügelstation gekauft, aber...» In diesem Moment beginnen die Kirchenglocken zu läuten und beenden das Gespräch ein für alle Mal.
Schade. Die Geschichte mit der Dampfbügelstation hätte mich interessiert.
11. Oktober 2006 | Hans Ruedi Schmid, Leiter Rechtsberatung
