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Artikel | K-Tipp 16/2006

Schwefel im Dörrobst

Eine K-Tipp-Stichprobe zeigt: Nur Bio-Dörrobst wird zur Konservierung nicht mit Schwefel behandelt.

Frische Aprikosen sind leuchtend orange. Getrocknete im Laden meist auch. Der Trick dabei: Damit sie die Farbe beim Trocknen behalten, werden die Aprikosen geschwefelt.

Schwefel kann bei emp?ndlichen Personen Kopfschmerzen und Übelkeit auslösen. Deshalb muss die SO2-Behandlung auf der Verpackung aufgeführt sein - entweder mit dem Zusatz E 220 oder dem Hinweis «geschwefelt». Getrocknete Aprikosen dürfen höchstens 2 Gramm SO2 pro Kilo enthalten. Der gleiche Wert gilt auch für Pflaumen.

Der K-Tipp wollte wissen, ob der Grenzwert eingehalten wird und ob die angeblich unbehandelten Aprikosen tatsächlich SO2-frei sind. In einer Stichprobe hat er in Basel, Bern, Biel und Zürich 15 verschiedene Produkte eingekauft, fünf davon in Bioqualität (siehe Tabelle).

Zusätzlich hat der K-Tipp 15 getrocknete Pflaumen-Produkte getestet. Bei ihnen lässt sich die Behandlung von Auge nicht erkennen.

Das Labor Veritas in Zürich analysierte die insgesamt 30 Dörrobstproben. Resultat: Die meisten Aprikosen und Pflaumen sind geschwefelt, keine einzige Frucht überschritt aber den Grenzwert. Mit 1,978 g lagen die bei Coop Basel gekauften Aprikosen jedoch nur ganz knapp darunter.


Milben in den Carrefour-Aprikosen

1,73 g/kg enthielten die in Zürich bei der Früchte- und Gemüsehandlung Huber eingekauften Aprikosen, obwohl auf der Verpackung kein SO2 deklariert war. Das verstösst gegen das Gesetz. «Nein, die Aprikosen sind nicht behandelt», behauptet demgegenüber der Huber-Verkäufer.

Neben der chemischen Analyse wurden die Trockenfrüchte auch unter dem Mikroskop begutachtet. Schlechte Noten gabs hier nur in einem einzigen Fall: Bei den Aprikosen von Carrefour Biel kam eine grosse Menge von lebenden Milben zum Vorschein. Carrefour hat sofort reagiert und die entsprechenden Aprikosen-Packungen aus den Regalen genommen.

04. Oktober 2006 | Stephan Dietrich - redaktion@ktipp.c


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