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Artikel | Haus & Garten 4/2006

Home, sweet Hometrainer

Hometrainer kosten zwischen 300 und 2000 Franken. Ausschlaggebend für die Qualität sind aber nicht nur teure Extras. «Haus & Garten» zeigt, wie Sie einen Fehlkauf verhindern.

Home, sweet Hometrainer

Treten an Ort mag zwar eine langweilige Sache sein. Doch wenns draussen kalt und regnerisch ist, wenn Schnee liegt oder es finster ist, stellt das Pedalen auf dem Hometrainer eine gute Alternative zum Velo dar - für passionierte Rennradfahrer ebenso wie für Übergewichtige.

Kommt hinzu, dass ein Hometrainer verglichen mit einem normalen Velo durchaus Vorteile hat: Sie können die gewünschte Belastung einstellen, die Leistung präzis messen und das exakt gleiche Programm immer wieder absolvieren. Auf dem Outdoor-Velo ist die Belastung schwieriger zu steuern, weil Verkehr, Kurven, Steigungen oder Gegenwind den Rhythmus beeinflussen.

Die Preisunterschiede sind bei Hometrainern enorm: Günstige Geräte gibts schon für 300 Franken, teure kosten bis 2000 Franken. Einige Unterschiede sind offensichtlich: So verfügen teure Geräte zum Beispiel über raffinierte Computer, die unter anderem auch Tour-de-France-Etappen simulieren.

Andere Unterschiede bemerkt man erst, wenn man die verschiedenen Geräte ausprobiert. Die Schwungräder mancher Hometrainer ruckeln ein bisschen, statt rund zu laufen. Und gewisse Geräte machen viel Lärm. Zudem bieten sie bei Sattel und Lenker ungenügende Einstellmöglichkeiten.

Vor dem Kauf gilt es deshalb folgende Punkte zu beachten:
- Überlegen Sie, ob Sie in einer Rennfahrerposition trainieren möchten oder eher gemütlich aufrecht.
- Welche Funktionen muss der Computer aufweisen?
- Probieren Sie Geräte unterschiedlicher Preisklassen aus. Merken Sie Unterschiede? Und rechtfertigen diese den höheren Preis?
- Dreht das Schwungrad auch bei erhöhtem Widerstand schön rund? Macht der Hometrainer viel Lärm? Denken Sie daran, dass Sie beim Trainieren nur fernsehen oder Radio hören können, wenn der Hometrainer ruhig läuft. Und denken Sie dabei auch an Ihre Nachbarn.
- Lässt sich der Hometrainer Ihren Bedürfnissen entsprechend bequem anpassen? Den Sattel müssen Sie so einstellen können, dass Sie bei gestrecktem Bein die Ferse aufs Pedal stellen können.
- Testen Sie auch den Pulsmesser: Registriert er Ihren Puls zuverlässig, oder hat er Ausfälle?
- Probieren Sie aus, ob sich der Tret-Widerstand in feinen Stufen verstellen lässt.
- Wichtig ist auch, dass Sie einen genügend starken Widerstand einstellen können. Für Fitnesssportler reichen 250 Watt Widerstand, für Leistungssportler sollten es schon 400 Watt sein.
- Achten Sie auf eine ausführliche und verständliche Bedienungsanleitung.



Lenker
- Er sollte in Höhe und Neigung leicht verstellbar sein.
- Damit Sie weniger rasch ermüden, sollten mehrere Griffpositionen möglich sein.

Computer
- Welche Daten möchten Sie von der Computeranzeige ablesen? Je mehr Möglichkeiten Sie haben, desto komplizierter ist die Bedienung.
- Wichtig sind die Anzeigen von gefahrener Zeit, Strecke und Geschwindigkeit. Allenfalls auch Leistung in Watt, Energieverbrauch und Trittfrequenz. Trainieren mehrere Leute mit dem gleichen Gerät, ist ein Datenspeicher sinnvoll.
- Puls: Lässt sich an den Händen, am Ohrläppchen oder an der Brust messen.
Am zuverlässigsten ist die Messung mit Brustgurt.
- Auf guten Hometrainern ist die Trainingsbelastung programmierbar.
- Der Computer muss sich leicht demontieren lassen, damit Sie bei einem Defekt nicht den ganzen Hometrainer ins Geschäft schleppen müssen.

Sattel
- Bequem sitzt nur, wer den Sattel in der Höhe und in der Länge genau einstellen kann. Vor allem wenn mehrere Personen auf dem gleichen Gerät trainieren, muss der Sattel leicht verstellbar und auswechselbar sein.

Schwungrad
- Sollte nicht leichter als 10 Kilo sein. Andernfalls finden Sie nur schwer einen runden Tritt.

Pedalen
- Probieren Sie die Pedalen aus, Sie dürfen auf keinen Fall rutschen. Es gibt solche mit Schlaufe, mit Bügel oder Klick-Mechanismus.

Widerstand
- Bei der Wirbelstrombremse bieten Magnetfelder dem Schwungrad Widerstand. Bei der Backenbremse bremsen Beläge das Schwungrad. Backenbremsen sind lauter.

Standfüsse
- Müssen breit sein. Nur so können Sie absteigen, ohne dass der ganze Hometrainer wackelt.
- Im Idealfall sind die Füsse mit Rädern ausgerüstet. So können Sie den Hometrainer bequem in ein anderes Zimmer zügeln.
- Die Standfüsse müssen wegen allfälliger Bodenunebenheiten in der Höhe verstellbar sein.

Rahmen
- Für Rennvelofahrer und Mountain-Biker sollte der Rahmen eine gebückte Körperposition wie auf dem normalen Velo zulassen.
- Für alle anderen ist eine aufrechte Position zweckmässiger.
- Für ältere Leute: Ein Hometrainer mit tiefem Durchstieg ist bequemer.

27. September 2006 | MARCO DIENER


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