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Artikel | Haus & Garten 4/2006

Die Sonne stellt das Öl in den Schatten

Eine eigene Solaranlage für die Warmwasseraufbereitung senkt die Energiekosten erheblich. Die kompakten Anlagen sind in einem Tag montiert und betriebsbereit.

Spätestens seit die Ölpreise neue Rekordhöhen erreichen, suchen Hausbesitzer vermehrt nach kostengünstigen Alternativen für Heizung und Warmwasser. Eine dieser Alternativen sind Solaranlagen zur Warmwasseraufbereitung. Sie können problemlos in jedes Heizsystem integriert werden.

Im Sommer liefern die Kollektoren 100 Prozent des Warmwassers. An sonnigen Tagen im Herbst und im Frühling heizen sie sogar das ganze Haus. Ist es trüb und winterlich kalt, springt die normale Heizung als Ergänzung ein.


Ein Quadratmeter Kollektor füllt 100 Badewannen

Die eigene Solaranlage erhöht die Unabhängigkeit in der Energieversorgung. Preiserhöhungen bei Brennstoffen fallen weniger ins Gewicht. Denn die Sonne schickt bekanntlich keine Rechnung. Sonnenenergie auf dem eigenen Hausdach zu nutzen, setzt zudem weder klimaschädliches CO2 noch andere Luftschadstoffe frei.

4 bis 6 Quadratmeter Sonnenkollektoren reichen aus, um für ein Einfamilienhaus mit vier Personen 60 Prozent des Warmwassers zu liefern. Ein Quadratmeter Kollektorfläche liefert im Jahr die Energie für rund 100 Badewannen Warmwasser. Sol- die Anlage auch die Heizung unterstützen, braucht es 12 bis 16 Quadratmeter. Damit sind in einem gut isolierten Haus rund 40 Prozent der Heizenergie abgedeckt. Entsprechend sinken auch die Energiekosten.
Auf der unabhängigen Online-Suchhilfe www.topten.ch sind die besten Kompakt-Solaranlagen mit Gütezertifikat zu finden. Diese Anlagen liefern für eine vierköpfige Familie pro Jahr so viel warmes Wasser, dass nur noch etwa 2000 Kilowattstunden Energie aus Heizöl, Gas oder Strom benötigt werden. Das kostet dann je nach Kilowattstundenpreis noch 150 bis 300 Franken.


Am Morgen montiert - am Abend warmes Wasser

Die von www.topten.ch empfohlenen Kompakt-Solaranlagen für die Warmwasseraufbereitung werden in einem Tag fixfertig montiert. Am frühen Morgen fahren Solarfachleute und Installateure mit allem Material vor. Noch vor dem Mittag ist der Sonnenkollektor auf dem Dach montiert. Am späteren Nachmittag ist der neue Wassererwärmer angeschlossen. Und am Abend ist die Anlage betriebsbereit.

Die Preise für Kompaktanlagen zur Warmwasseraufbereitung liegen zwischen 5500 und 10500 Franken (ohne Installation). Teurer sind Kombi-Heizsysteme. Dazu gehört nicht nur das Kollektorfeld, sondern auch ein Öl- oder Gaskessel. Solche Systeme kosten zwischen 20000 und 30000 Franken. In den meisten Kantonen gibt es Förderbeiträge für Solaranlagen. Fragen Sie bei der kantonalen Energiefachstelle nach.



Ein Zertifikat garantiert die Qualität

Die neun zertifizierten Kompaktsolaranlagen auf www.topten.ch haben die umfangreiche Qualitätsprüfung des Rapperswiler Testzentrums SPF (Solartechnik, Prüfung, Forschung) bestanden. Gute Sonnenenergienutzung, einwandfreier Betrieb und keine konstruktionsbedingten Mängel zeichnen diese Anlagen aus. Alle neun Produkte werden komplett geliefert und von Fachleuten montiert.
Die günstigste Anlage ist die «Frysol-Kit» von der gleichnamigen Frysol AG. Sie kostet ohne Installation 5500 Franken und kann ins Dach integriert oder auf dem Schrägdach montiert werden. Die Montage erfolgt durch geschulte Installationspartner. Pro Jahr lassen sich mit dieser Anlage gut 200 Liter Heizöl einsparen.

Teurer ist mit 8586 Franken die «Solar-Compactline» von der Ernst Schweizer AG und Josef Burri AG. Im Preis inbegriffen ist ein Elektroheizeinsatz. Die Anlage kann auch auf Flachdächern aufgestellt werden.

Mit knapp 10000 Franken gehört «Solkit 6.3» von Hoval zu den teuersten Modellen. Die Anlage besteht im Unterschied zu den anderen Modellen aus drei statt zwei Kollektormodulen. Pro Jahr spart die Anlage mit 261 Litern am meisten Heizöl ein.

27. September 2006 | ARMIN BRAUNWALDER, JÜRG NIPKOW


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