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Artikel | K-Tipp 15/2006

Für 1000 Fr. zahlt man 62 Fr. Gebühren

Hab ich die richtige Kreditkarte? Das fragen sich viele Leser, nachdem der K-Tipp diverse Karten verglichen hat.

Mit vielen Kreditkarten kostet ein Geldbezug an ausländischen Bancomaten 3,75 Prozent des abgehobenen Betrags. Das ist doch Abriss!
Sie haben Recht. Und leider bleibt es nicht bei den 3,75 Prozent. Hinzu kommt die so genannte Umrechnungsgebühr. Das verheimlichen die Anbieter gerne. Bei der Coop-Kreditkarte sind das weitere 2,5 Prozent. Ein Bargeldbezug im Gegenwert von Fr. 1000.- kostet somit über Fr. 62.-.

Der K-Tipp rät deshalb dringend ab, im Ausland mit der Kreditkarte Bargeld zu beziehen. Mit der Postcard kostet ein Bezug «nur» Fr. 4.-, mit der Maestro-Karte nur wenig mehr.

Auf dem Antragsformular für die M-Budget-Kreditkarte steht: «Einkauf im Ausland: gebührenfrei». Stimmt das?
Nein, das stimmt nicht. Der Formulartext ist irreführend. Wie für Bargeldbezüge im Ausland verrechnen die Banken auch für Einkäufe im Ausland eine Umrechnungsgebühr. Bei der Migros beträgt sie 2 Prozent, bei Coop, wie oben erwähnt, sogar 2,5 Prozent. Andere Anbieter verlangen weniger, insbesondere die UBS mit «nur» 0,7 Prozent im Euroland. Die Migros bezeichnet ihren Prospekt trotzdem als «korrekt».

Die Coop-Kreditkarte ist ja gratis. Warum ist in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen von einer Jahresgebühr die Rede?
Die Coop-Kreditkarte wird von Swisscard, einer Tochter der Credit Suisse, herausgegeben. Sie hat über 30 verschiedene Karten im Sortiment. Offenbar hat Swisscard bei der Formulierung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) nicht sorgfältig gearbeitet. Unter Punkt 7 ist in der Tat von einer Jahresgebühr die Rede. Doch unter Punkt 4 steht klipp und klar: «Für die Karte wird keine Jahresgebühr erhoben.»

Demnächst soll eine Kreditkarte von Orange herauskommen. Lohnt sich das Warten?
Nicht unbedingt. Die Jahresgebühr beträgt für einen Orange-Kunden 10 Franken, für Nichtkunden 35 Franken. Und die Bargeldbezugsgebühr (3,5 Prozent) sowie die Umrechnungskosten (bis 2,0 Prozent) sind recht hoch.

Im K-Tipp-Vergleich in der letzten Ausgabe wäre die Orange-Karte für den sparsamen und den sorglosen Kunden im vorderen Mittelfeld, für den vielreisenden Kunden im hinteren Mittelfeld gelandet.

Ihre Kreditkarten-Vergleiche sind interessant. Aber Sie schreiben nichts vom Versicherungsschutz. Wie verhält es sich damit?
Lassen Sie sich nicht blenden: Die Kreditkartenanbieter offerieren meistens Versicherungen für Risiken wie Annullations- oder Todesfallrisiko. Wer diese Risiken abgedeckt haben möchte, geht aber besser zu einer Versicherung, nicht zu einem Kreditkartenanbieter. Deshalb berücksichtigt der K-Tipp bei seinen Kreditkartenvergleichen keine Versicherungsleistungen.

Neu gibt es auch die so genannten Prepaid-Karten. Sind diese denn vorteilhaft?
Nein. Und es sind eigentlich auch keine Kreditkarten. Denn der Besitzer zahlt das Geld im Voraus ein. Gut ist dabei, dass der Besitzer nicht mehr ausgeben kann, als er hat. Aber die Konditionen sind unglaublich schlecht:

Das Aufladen der Karte kostet je nach Anbieter 2 Franken oder 1 Prozent der Summe. Einen Zins auf dem Guthaben gibt es nicht. Bargeldbezüge kosten bis zu 4 Prozent. Und sogar die Rückerstattung des eigenen Geldes kostet bis zu 20 Franken.

20. September 2006 | Bearbeitung: Marco Diener


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