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Artikel | K-Tipp 14/2006

Langfristig Spitze: Migros und Jelmoli

Bei den Raiffeisenbanken gibts im ersten Jahr die günstigsten Kreditkarten. In den Folgejahren siehts unter Umständen ganz anders aus. Der K-Tipp hat verglichen.

Die Raiffeisenbanken schnitten im Kreditkarten-Vergleich im letzten K-Tipp am besten ab (siehe Ausgabe 13/2006). Denn sie erlassen ihren Mitgliedern - und das sind fast alle Kunden - die erste Jahresgebühr. Doch wie sieht es in den Folgejahren aus?
Im Beispiel des «sorglosen Kunden» (siehe Tabelle) erlassen die Raiffeisenbanken im ersten Jahr ihm und seiner Partnerin die Jahresgebühr. Er zahlt insgesamt Fr. 128.40 an Gebühren und Zinsen.

In den Folgejahren kostet die Hauptkarte 100 Franken, die Partnerkarte 25 Franken. Gesamtkosten pro Jahr: Fr. 253.40. Oder über fünf Jahre gesehen: 1142 Franken. Damit fallen die Raiffeisenbanken ins Mittelfeld zurück. Ähnlich sieht es beim sparsamen Kunden aus.

Am besten schneidet im Fünfjahresvergleich die M-Budget-Karte ab. Für den sparsamen und den sorglosen Kunden ist sie am günstigsten.


Der Wirrwarr von Punkten, Meilen & Co.

Für alle Kunden am teuersten ist die Karte von Diners Club. Zwar ist sie im ersten Jahr 50 Franken günstiger als im letzten K-Tipp angegeben; Diners Club publiziert auf seiner Website falsche Gebühren für die Partnerkarte im ersten Jahr.

Die Sache mit den Jahresgebühren ist aber ohnehin undurchsichtig. Im Gegensatz zu den Raiffeisenbanken verlangen die meisten Banken anfangs die volle oder zumindest die halbe Gebühr. In den Folgejahren gewähren Sie einen Rabatt, wenn der Kunde einen bestimmten Jahresumsatz erreicht.

Die halbe Jahresgebühr wird beispielsweise oft erlassen, wenn der Kunde einen Jahresumsatz von 6000 Franken erreicht.

Weitere Zückerchen: Die Migrosbank gewährt zum Beispiel im ersten Jahr 5000 Cumulus-Punkte, danach 1000. Weitere Punkte gibts je nach Umsatz.

Egal ob Cumulus-, Superpunkte oder Flugmeilen: Diese Zückerchen sind in der Tabelle nicht berücksichtigt worden.

Etliche Banken haben den Kreditkarten-Vergleich in der letzten K-Tipp-Ausgabe kritisiert. Swisscard zum Beispiel, eine Tochter der Credit Suisse, ?ndet, die Jahresumsätze der Musterkunden seien zu niedrig. Gleichzeitig ist Swisscard aber nicht bereit, realistischere Zahlen zu nennen, weil das angeblich «vertrauliche Geschäftsdaten tangiert».


Seltsam: Supercard wird nie empfohlen

Swisscard kritisiert auch, dass der K-Tipp von jeder Bank nur eine Karte für den Vergleich berücksichtigte. «Es gibt keine Kreditkarte, die für alle Kunden gleichermassen geeignet ist.» Swisscard/Credit Suisse habe auch die Supercard-Kreditkarte im Sortiment. «Für bestimmte Kundengruppen ist sie die günstigste Kreditkarte der Credit Suisse.»

Seltsam nur: Als der K-Tipp stichprobenweise bei der Credit Suisse in Bern vorsprach und nach der günstigsten Kreditkarte für einen Kunden fragte, der die Karte nur ganz selten braucht, empfahlen die Angestellten die Supercard nicht. Auch in den ausgehändigten Drucksachen ist sie nirgends erwähnt.



Der Vergleich

In der Ausgabe 13/06 hat der K-Tipp die Kosten verglichen, die bei den grossen Kreditkarten-Anbietern im ersten Jahr anfallen. Diesmal zeigt der K-Tipp, wie es in den Folgejahren aussieht. Und zwar für die gleichen Musterkunden mit gleichen Kreditkarten und gleichem Verhalten.
- Der sparsame Kunde braucht seine Karte nur, wenns nicht anders geht.
- Der sorglose Kunde setzt seine Karte häufig ein --- auch für kleine Beträge. Je einmal bezieht er im In- und im Ausland Bargeld am Automaten. Die Kreditkartenrechnung zahlt er einmal mit grosser Verspätung.
- Der vielreisende Kunde braucht seine Karte auch, um grosse Beträge zu bezahlen. Zum Beispiel für Hotel oder Automiete.

06. September 2006 | Marco Diener - marco.diener@ktipp.ch


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